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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

TORTURE - Storm Alert
Band TORTURE
Albumtitel Storm Alert
Label/Vertrieb Escapi Music
Homepage www.tortureband.com
Verffentlichung 24.03.2006
Laufzeit 65:28 Minuten
Autor Snke Hansen
Bewertung 8 von 15 Punkten
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TORTURE taten sich bereits vor einer halben Ewigkeit (nmlich 1986) zusammen und spielten 1989 ihr Debt "Storm Alert" ein, welches erst jetzt an dieser Stelle besprochen werden soll. Grund dafr ist erstmal, dass diese Platte bislang nur in England raus kam, ein weiterer, dass Thrashmetal sich damals auf dem absteigenden Ast befand und die Band daraufhin unterging. Man tauschte die Instrumente gegen weltlichere Dinge wie Studium und Job. Doch jetzt sah man wohl die passende Zeit gekommen, sich wieder der Mucke zu widmen und als Zeichen ihres Comebacks wurde "Storm Altert" mchtig gemixt und gemastert und nochmals in grerer Bandbreite verffentlicht. Sinnvoller wre mir jetzt erschienen, die Scheibe noch mal komplett neu einzuspielen, um ein einigermaen zeitgemes Soundgewand mit an Bord zu haben, auch wenn der Klang jetzt nun nicht unbedingt schlecht ist, aber dennoch ein wenig altbacken klingt. Zudem knnte man als konservativer Metallkopf hier die groe Geldmache riechen, von wegen: Mitte der 80er ist Thrash hip, wir spielen ihn - Ende der 80er ist Thrash out, wir hren auf zu spielen - 2006 ist mit Thrash wieder was zu machen, spielen wir ihn also wieder. Aber so was bses wollen wir den Herren jetzt mal nicht unterstellen, vielleicht wollte man auch einfach nur das damals herrschende Spielgefhl der Musiker akustisch festhalten und hat deshalb "nur" gemixmastert. Sollte dieses die Intension gewesen sein, so ist das Ergebnis auf jeden Fall gelungen, denn man fhlt sich beim Hren dieses Scheibchens definitiv in die 80er zurck versetzt. Zu Hren gibt es, grob betrachtet, guten alten Thrashmetal in einer Mixtur aus SLAYER, einen Funken CELTIC FROST und ein bisschen alte DESTRUCTION, garniert mit einer Wrze von KREATOR. Gut, das kann jetzt natrlich alles und nichts heien, aber die ungefhre Richtung drfte wohl klar sein. Der Silberling strotzt nur so vor drckenden, hackenden aber auch technisch versierten Riffs. Man bekommt es mit Speed-Attacken zu tun, mit gemtlichen Bang-Passagen, mit coolen Leads und drckenden Soundwnden. Richtig schn dreckig und aggressiv sgt sich der Gesang durch diesen Metallwald und findet immer die richtige Betonung, um dem Hrer klar zu machen, dass hier keine Gefangenen gemacht werden, und zu guter Letzt bekommt man auch noch diese schnen alten, vllig schiefen Solos geboten. Evil und Kult! Nun kommen wir aber auch schon zur Kehrseite der Medaille, wo wir gerade von schiefen Tnen reden, bzw. schreiben. Ab und zu bekommt man einen akustischen Part zu hren, ber welchen Snger Tom Hicks mit klarem Gesang trllert. Und das, meine Herren, ist echt zum Abgewhnen! Wie man auf einer Aufnahme so viele Tne versieben kann, ist mir wirklich ein Rtsel und wre eigentlich ein weiterer Grund gewesen, "Storm Alert" noch mal neu aufzunehmen. Da geht leider viel von dem coolen Flair flten und macht einer gewissen Lcherlichkeit Platz.
hnlich verhlt es sich mit den Intros. Ein solches ist ja mal ganz witzig und unter Umstnden der Atmosphre eines Songs recht dienlich, aber hier hat fast jeder Song ein Intro, und das nicht grade mit kurzer Spieldauer. Will man also den Titel so und so noch mal hren, weil einem der so gut gefallen hat, whlt man den gewnschten Song an und darf sich dann erstmal 30sekndiges (und lnger), pseudopathetisches, horrorfilmartiges, gesampeltes Gedns anhren.
Die Songs an sich sind im Prinzip durchwegs sehr empfehlenswert, man bekommt viel Abwechslung geboten und einige Sachen wissen auch durchaus, hngen zu bleiben. So gesehen gibt es an "Storm Alert" nichts weiter zu meckern. Manche bergnge sind gewiss etwas gewhnungsbedrftig, aber dafr nicht weniger interessant.
Da kann man mal sehen, wie durch schiefe Tne und einem Fetisch fr nervige, lange Intros einer eigentlich verdammt guten Platte einen bitteren Nachgeschmack anhaften kann und aus diesem im Resultat nur ein recht passables Werk werden lsst.
   
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