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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

ENCHANT - Blink of an Eye
Band ENCHANT
Albumtitel Blink of an Eye
Label/Vertrieb SPV
Homepage www.theoasis.cc
Verffentlichung 2002
Laufzeit N/A
Autor Aline Rser
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Sie sind wieder da: Enchant, eine Band, deren Platten bei echten Prog - Rock - Fans nicht fehlen drfen. Nach ihrem letzt jhrigen Meisterwerk "Juggling 9 or Dropping 10" erscheint nun ein gebhrender Nachfolger, ihr sechstes Album, "Blink of an Eye". Der Unterschied zwischen den vorangegangenen Alben und diesem ist, dass Gitarrist Doug Ott nun alleiniger Songschreiber ist. Vorher arbeiteten er und Ex - Drummer Paul Craddick zusammen am Songwriting, doch nach dessen Ausstieg ist Ott alleine dafr verantwortlich. Dies macht sich vor allem darin bemerkbar, dass "Blink of an eye" viel herausragendere Gitarrenpassagen besitzt. Otts Gitarrenarbeit in Verbindung mit sanften Keyboards, filigranen Basslufen und Ted Leonards warmer, klarer Stimme schafft es immer wieder, den Moment einzufangen. Das Besondere an Enchant ist nmlich, dass sie das, worber Leonard singt auch musikalisch umzusetzen. Da ich nicht jeden Song einzeln besprechen kann, hebe ich ein paar hervor, an denen ich Besagtes verdeutlichen kann. Beginnend mit dem Opener "Under fire" muss gesagt werden, dass es in diesem Song um die blinde Befehlsausfhrung im Krieg geht, dass ein Befehl also die Berechtigung dafr sein soll, jemanden zu tten. Gleichzeitig wird hinterfragt, ob man das Recht hat, jemanden zu tten, der evt. noch eine Familie und jemanden hat, der ihn vermisst. Es wird begreiflich gemacht, dass das Leben innerhalb eines Augenblicks (Blink of an Eye) zu Ende sein kann, weshalb der Song auch so abrupt endet. Die Gitarrenriffs klingen stellenweise wie das Abfeuern eines Schusses, mal bedrohlich, fr jene Momente innerhalb eine Kampfes, in denen man um sein Leben frchtet, mal melancholisch und nachdenklich, fr die Sekunden, in denen man ber den Sinn des Krieges und des Ttens nachsinnt. Etwas ganz Besonderes ist "Follow the Sun", ein Song, den Ott fr die anderen Bandmitglieder geschrieben hat, als Craddick die Band verlie und diese zu zerbrechen drohte. Er beginnt mit zarten Keyboardklngen zusammen mit Leonards Stimme. Nach und nach fgen sich die anderen Instrumente ein und verschmelzen zu einem gekonnten Zusammenspiel. Ein Song mit Pink Floyd - Atmosphre, der ein Aufruf dazu sein soll, weiterhin an seinen Trumen festzuhalten. Bei "Ultimate Gift" versucht Leonard die ganze Zeit die passenden Worte dafr zu finden, um zu beschreiben, wie sehr er jemanden liebt, kommt aber irgendwann (so nach fast 8 Minuten) zu der Erkenntnis, dass es fr die Liebe keine Worte gibt. Bei den gesanglichen Passagen gibt es von den Melodien her wenig Abwechslung, diese bietet Ott dann bei seinen emotionalen Gitarrensoli. Doch keine Angst, bevor Leonard noch bis zum St. Nimmerleinstag seine Liebesschwre aufsagt, ohne ein wirkliches Ende zu finden, lsst man den Song nach 7:58 Minuten schlielich ausklingen. "Prognosis" ist zwar ein Bonustrack, aber es trotzdem wert, erwhnt zu werden. Hier wissen die Musiker mit reiner Instrumentalarbeit zu berzeugen. Ott dudelt, was das Zeug hlt, mal rasant, mal im Schneckentempo, mal auf E-, dann wieder auf Akustikgitarre; er lsst sich immer wieder was Neues einfallen, ohne jedoch von dem altbekannten und -bewhrten Enchant - Stil abzuweichen. Das Album wird somit von "Prognosis" perfekt abgerundet. Zwar knnte ich jetzt noch einige Songbeispiele mehr bringen, aber das hier ist ja ein CD - Review und kein Schulaufsatz. Zum Schluss noch folgendes: Enchant liefern mit "Blink of an Eye" ein wirklich gelungenes Werk, das in Sachen Emotionalitt, abwechslungsreichen Arrangements und erstklassigen Melodien seinen Vorgngern in nichts nachsteht. Gute Arbeit, Jungs!
   
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