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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

LIAR - Murder Manifesto
Band LIAR
Albumtitel Murder Manifesto
Label/Vertrieb GSR
Homepage www.liar.be
Verffentlichung 02.12.2005
Laufzeit 30:31 Minuten
Autor Thomas Roos
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Aus der belgischen H8000 Area entstammend sind die Godfathers des europischen Metalcore nun bereits seit 1995 aktiv. Mann, damals gab es die Bezeichnung Metalcore noch gar nicht. Das heutige Szenegren wie Heaven Shall Burn sie zu ihren mageblichen Einflssen zhlen macht aber klar, welchen Stellenwert sie in diesem Genre einnehmen. Zu Beginn standen sie immer ein wenig im Schatten von Congress, sind da aber schon lange heraus getreten. Im Gegensatz zu diesen sind sie auch schon lange nicht mehr auf Goodlife, "wie es sich fr eine solche Band aus dieser Gegend eigentlich gehrt", sondern haben sich zu regelrechten Label-Hoppern entwickelt. Mit ihrem fnften Studioalbum, der ersten Full Length nach vier Jahren, kehren sie nun nach Zwischenstopps bei Alveran und Lifeforce auf GSR zurck, wo sie im Vergleich zu den vorherigen Labels eigentlich am allerwenigsten ins Roster passen. Das sagt natrlich nichts ber die Band aus. Ganz im Gegenteil scheint sie ihren Status durch entsprechenden Support damit sogar noch ausbauen zu knnen. Rein musikalisch hat das mit Hardcore aber praktisch gar nichts mehr zu tun. Ich selbst war auch nie so richtig in dem Liar-Ding drin, kannte sie hauptschlich nur von Live-Auftritten. Gleich beim Opener "Wolfsblood" kriege ich aber das Gefhl, dass ich sie bisher irgendwie anders in Erinnerung hatte. Mir wird auch schnell klar woran das liegt. Schuld dafr ist die Bass-Drum, die bis zum uersten getriggert wird. Hier wird viel zu viel unkontrolliert drauf los geballert. Anfreunden kann ich mich damit nur schwer. Gleich beim nachfolgenden Titelsong gibt sich das aber schon wieder und mit zunehmender Laufzeit offenbart das Album erst seine Strken. Zwar wird immer wieder ordentlich geballert, die Songs wirken aber viel durchdachter und strukturierter. Der anfngliche Eindruck durch "Wolfsblood" muss zwar erst mal wett gemacht werden, aber danach hlt die Scheibe ein gutes Niveau und wei immer mehr zu gefallen. Im Mittelteil befindet sich mit "Left Hand Path" ein kurzes Instrumental-Stck, dass wie eine Ballade beginnt bis schlielich langsam aber unaufhaltsam der Donner ber uns herein bricht, der auf seinem Hhepunkt direkt in "The Final March" mndet. Ist nicht weltbewegend, aber kommt ganz gut.
Wenn man den Hintergrund Liars nicht kennt, dann knnte man sie glatt fr reinen Death oder eher noch Black Metal halten. Das komplette Layout sieht schon so aus und die manchmal grunzenden, in der Regel aber gewohnt giftspeienden Vocals von Snger Hans Verbeke tragen ebenfalls noch ihren Teil zur dunklen und kalten Atmosphre bei, zu der auch die Texte passen. Der Vegetarian/Vegan Straight Edge Lifestyle scheint nur ganz selten uerst dezent durch. Allerdings steckt sicher auch eine Menge mehr drin als man auf den ersten Blick erkennt, da die Lyrics sehr metaphorisch gehalten sind.
So wie die nahe Zukunftsplanung bei Liar aussieht, scheinen sie noch mal richtig was reien zu wollen, wozu ihnen der erneute Labelwechsel offenbar die Mglichkeit offeriert hat. Das neue Album ist schon mal der erste Beitrag dazu.
   
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