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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

BURST - Origo
Band BURST
Albumtitel Origo
Label/Vertrieb Relapse Records
Homepage www.burst.nu
Verffentlichung 24.10.2005
Laufzeit 46:51 Minuten
Autor Snke Hansen
Bewertung 6 von 15 Punkten
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Ehrlich gesagt, es war wirklich ein schwieriges Unterfangen, dieses Review zu schreiben. Denn um seine (mglichst) objektive Meinung zu einer Platte abzugeben, gehrt erst einmal, dass man die Musik berhaupt verstanden hat. Und bei "Origo" handelt es sich wirklich mal um eine sperrige Angelegenheit, die sich nicht ohne weiteres (bzw. gar nicht) zuordnen lsst. Also musste nach dem ersten Durchhren erstmal jegliches Schubladendenken ber Bord geschmissen werden, um sich ganz unbefangen mit dieser Geschichte zu befassen.
Kernpunkt von BURSTs zweiter Langgrille ist die Verschmelzung von den unterschiedlichsten Stilistiken. Das erste Stck ("Where The Wave Broke") wird von einem kurzen, psychedelischem Intro eingeleitet, das hauptschlich aus einem Glockenspiel besteht, wie man aus dem Musikunterricht aus der Schule noch kennen drfte (dieses mit den Metallplttchen, welches mit einem Holzklppel bearbeitet werden musste. Ziemlich bld.) Es folgt ein doomiger, irgendwie rockiger Song mit dicken Gitarren. Der Chorus ist mit seiner schmissigen Hookline noch durchaus eingngig. Der Gesang kreischt sich in einer Tour in Deathmetalmanier die Kehle blutig, jedoch zu 90% in ein und derselben Tonlage. Das Stck habe ich noch verstanden, auch auf Anhieb. Aber was dann folgt, entbehrt jeglicher Eingngigkeit.
Das zweite Stck fngt mit etwas an, dass irgendwie nach einer Akustikballade klingt, geht dann fix in etwas Krummes ber, was nach Hardcore meets NEUROSIS klingt, berlastet von dem selben Gesang in der selben Ton- und Stimmlage wie im Stck zuvor - wie man ihn auf den restlichen Liedern auch zu hren bekommt. Hier ein verwurschteltes Break, da ein sperriges, disharmonisches Fill, so zieht "Sever" an einem vorbei, ohne eine Spur zu hinterlassen, auer eventuell ein groes Fragezeichen beim Hrer. Was war das? Diese Mixtur aus Geballer, Gedoome und sich nicht einmal wiederholenden Parts knnen unmglich irgendwie hngen bleiben.
Song Nummer Drei wiederum fngt mit etwas an, dass entfernt rockig und einigermaen eingngig klingt, gefolgt von einem Wechsel aus selten zu findenen klarem und dem bekannten gebrllten Gesang. Auf die restlichen Lieder einzugehen, ist jetzt ein wenig mig - zudem ist das meiste auch schon gesagt. BURST wollen einfach in keine Schublade passen, rein aus Prinzip nicht. Irgendwie hinken auch alle stilistischen Vergleiche, die ich oben angefhrt habe. Letztlich handelt es sich um eine vllig individuelle und wirklich sehr originelle Kiste, die die Jungs hier fahren. Doch im Resultat finde ich nicht unbedingt, dass diese Rechnung aufgeht, da die Mucke einfach ber lange Strecken zu widerspenstig ist und zu hektisch daherkommt. Und das einzige, was hier nicht allzu schwer originell und geradezu monoton klingt, ist der Gesang, der unabllich die meiste Zeit ber das Gleiche macht: Brllen - in der einzigen, zur Verfgung stehenden Tonlage. Das nervt mitunter schon richtig.
Mal schwere, mal doomige, mal psychedelische Musik, die nur sehr schwer zu verstehen ist, nicht verstanden werden will oder bei der es nichts zu kapieren gibt. Kann sich mal wer anhren, der gute Nerven hat, muss er aber auch nicht.
   
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