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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

DREAMLIKE HORROR - Delightful Suicides
Band DREAMLIKE HORROR
Albumtitel Delightful Suicides
Label/Vertrieb Sleaszy Rider Records
Homepage www.dreamlikehorror.com
Verffentlichung 08.08.2005
Laufzeit 52:04 Minuten
Autor Andre Kreuz
Bewertung 12 von 15 Punkten
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DREAMLIKE HORROR wurden im Winter 1999 von ANCIENTs Deadly Kristin und Aphazel gegrndet. Mittlerweile werkeln die Black Metaller ANCIENT bekanntlich wieder ohne die Dame, so dass DREAMLIKE HORROR ihr Hauptbettigungsfeld geworden ist.
"Geteiltes Leid ist halbes Leid", mag sie sich gedacht haben und stlpte ihr verkorkstes Seelenleben nach auen, um uns allen mit den "Delightful Suicides" daran teilhaben zu lassen. Und dafr gebhrt ihr Dank! Denn die CD mit ihren teils verworrenen, aber immer abgrundtief dstern Texten hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen.
Geboten wird kein Metal, sondern fast schon soundtrack-artige Klangbilder und Synthiecollagen, wie bereits das schaurig-schne Intro "Nighthunt" mit Hilfe von Spinett-Klngen deutlich macht. Der Strudel ffnet sich... "The House That Breathes With Ghosts" hat nicht nur einen coolen Titel, sondern besticht durch Kristins hellen, durch das Echo verloren wirkenden Gesang, der mitunter auch mal zu einem klammheimlichen Flstern gesenkt wird. Auf der musikalischen Seite dominieren Piano-Passagen und vereinzelte Geigen-Arrangements. Das folgende "Moonshine" erzhlt von verlassenen Husern in nebelverhangenen Landschaften und versetzt dem Hrer bei entsprechender Atmosphre (bestens geeignet: Kerzenschein) durch giftige Dissonanzen in hohen Glockenspiel-Tnen und leises Keifen eine Gnsehaut nach der anderen. Emotional mit Sicherheit der intensivste Track der Platte. Mit dem "Omen" beschftigt sich dann wenig berraschend "Damien", das mit hypnotischen Beats, elektronischen Samples, Sprach-Einspielungen und verzerrten Vocals startet. Dazu gesellt sich als bald die erste E-Gitarre, die sich aber auf simple, nichtsdestotrotz sehr effektive Riffs beschrnkt. Etwas schwcher fllt dann "A Solitary Moment" aus, das teilweise fast beschwingt aus den Boxen tnt, aber immer eine gewisse Grundtraurigkeit durchschimmern lsst. Ein mit Geige und klarem Gesang unterlegter Part wechselt sich hier mit einem anderen ab, der grtenteils aus Piano und Gesprochenem besteht. "The Labyrinth Of Qena" ist ein orientalisch angehauchtes Instrumental mit meditativem Charakter, das in das gruselige "La Vendetta" berleitet. Ganz leises Flstern, vereinzelte tiefe Streicher und dann ein haarstrubendes Kinderlachen machen einen der unheimlichsten Songs komplett. Textausschnitt: "Put your daughter in the ground, who you have killed will come around!"
Ganz langsam, dunkel und desolat gestaltet sich dann "Your Lying Body", das zudem vom schroffen Kontrast zwischen dster-romantischer Schnheit und abartiger Widerwrtigkeit profitiert. Bei "Wedding In Horror" fhlt man sich durch die bedrohlichen Orgel-Klnge eher auf eine Beerdigung versetzt, whrend mit "The Owl's Secret" ein weiteres Instrumental folgt. Dass das auch wieder extrem dunkel ausgefallen ist muss ich wohl kaum noch dazu sagen, oder? Der anschlieende Titelsong sticht durch erzhlende, von Piano und Streichern begleitete Vocals und einen nostalgischen Touch hervor, der die Brcke zum gelungenen (Cover-)Artwork schlgt. "Funeral March" beendet einen beeindruckenden Seelen-Striptease, ist selbst aber - wenn auch prinzipiell passend - recht klischeehaft, handelt es sich doch um eine weitere Adaption von Chopins "marche funbre".
Fazit: Eine generelle Kaufempfehlung kann ich hier sicher nicht aussprechen, da diese Art von Kunst nicht jedem gefallen drfte. Freunde des Makabren, Morbiden und Schwarzromantischen, die sich zudem neben Metal auch fr Soundtracks interessieren wren evtl. eine Zielgruppe. Wer bis hierhin mit dem Lesen durchgehalten hat, sollte unbedingt auf der Homepage von DREAMLIKE HORROR in "Moonshine" reinhren.
   
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