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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

SCHANDMAUL - Kunststück
Band SCHANDMAUL
Albumtitel Kunststück
Label/Vertrieb F.A.M.E. Recordings
Homepage www.schandmaul.de
Veröffentlichung 25.07.2005
Laufzeit 73:59 Minuten
Autor Roland Wohde
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Eigentlich bin ich kein Fan von Livealben, lieber schau ich mir die Bands auf der Bühne an. Wenn es sich aber, wie in diesem Falle, um ein wirklich ganz besonderes Konzert handelt und es obendrein noch eine solche Klasse hat, ist ein Mitschnitt mehr als gerechtfertigt.
Nach einer kleinen vorbereitenden Akustiktour spielte die Band im Münchner Circus Krone einen einzelnen Gig mit einem großen Orchester. Diese Verbindung gibt es im Metal- und Rock-Bereich bei Studioalben mittlerweile zwar zu Hauf, aber live bei einer Folkrock Truppe wie Schandmaul ist es mir neu. Außerdem fungiert das Orchester hier nicht wie bei manch anderen Outputs als schmückendes Beiwerk sondern ist ein Teil des Ganzen und harmoniert neben den tollen Percussions und der klassischen Gitarre auch super mit den üblichen Schandmaul-Instrumenten. Neben Songs wie "Tyrann" die "nur" ein neues Gewand erhalten, macht die akustische Version in Symbiose mit dem Orchester Lieder wie "Kalte Spuren" noch viel intensiver als die Originalversionen. Andere Stücke wie z.B. "Geisterschiff" wurden extrem umgestrickt und lassen den Hörer die Titel völlig neu erleben. Zusätzlich zu einem Querschnitt durch altes Material in neuem Gewand haben Schandmaul noch zwei neue Songs mit ins Konzert eingeflochten. Außer dem bereits als Singel ausgekoppelten, sehr eingängigen "Bin unterwegs" findet man die nachdenkliche und unter die Haut gehende Pianonummer "Der Clown".
Ganz nebenbei hat man es auch bei Kunststück geschafft, einen klasse differenzierten Sound zu zaubern, und solche "Kleinigkeiten" wie ein fettes Booklet mit vielen Fotos und eine mehr als amtliche Spielzeit ist man ja von der Band gewohnt.
Schade ist nur, dass während der Songs das Publikum manchmal etwas zu weit in den Hintergrund gemischt wurde. Und vor allen Dingen vermisse ich einige Ansagen zwischen den Stücken, die einfach zu einem Konzert gehören. So schleicht sich trotz der Klasse der Scheibe irgendwie eine gewisse Distanz ein die man, wenn man die Band kennt, so gar nicht gewohnt ist und die auch eigentlich gar nicht vorhanden ist, was die gleichnamige DVD beweist.
Im Zweifelsfall also lieber zur DVD greifen. Schandmaulfans werden auf Grund der leicht variierenden Songauswahl zwischen DVD und CD ohnehin die limitierte Version mit beiden Silberlingen abgreifen. Kunststück gelungen!
   
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