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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

NOCTE OBDUCTA - Nektar Teil 2: Seen, Flüsse, Tagebücher
Band NOCTE OBDUCTA
Albumtitel Nektar Teil 2: Seen, Flüsse, Tagebücher
Label/Vertrieb Supreme Chaos Records
Homepage www.nocte-obducta.de
Veröffentlichung 25.04.2005
Laufzeit 53:19 Minuten
Autor Andre Kreuz
Bewertung 14 von 15 Punkten
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Etwas über ein halbes Jahr nach dem tollen ersten Teil von "Nektar" schieben die Deutschen Black-Metal-Avantgardisten von NOCTE OBDUCTA den zweiten Teil nach. Und man kann getrost zu Beginn festhalten, dass sich die Mannen mit "Seen, Flüsse, Tagebücher" quasi selbst übertroffen haben.
Sechs teils überlange Tracks, wobei die ersten drei in Anlehnung an die Combo, aus der NOCTE OBDUCTA 1995 entstanden sind, zu einer Trilogie mit dem Untertitel "Desîhras Tagebuch" zusammengefasst wurden, enthält die CD. Und man weiß ob der Fülle an grandiosen Ideen, gefühlvollen Momenten und unerwarteten Wendungen gar nicht, wo man mit den Lobpreisungen anfangen soll. Jeder Song ist für sich ein Meisterwerk, egal ob es jetzt das rasant-ursprüngliche "Es fließe Blut" oder das epische "Und Pan spielt die Flöte (Desîhras Tagebuch - Kapitel II)" ist. Gerade letzterer Song ist mit seiner Dauer von über einer Viertelstunde einfach nur überragend. Und das sicher nicht nur aufgrund der Länge, denn wie eigentlich jeder andere Titel der CD auch gibt es hier ein Wechselbad der Gefühle zum Eintauchen, das mehr emotionale Facetten bereit hält, als andere Bands in ihrer ganzen Karriere entstehen lassen können. "Nektar Teil 2" bietet dem gradlinig ausgerichteten Black Metaller Kracher voller Raserei und Kälte, dem verträumten Melancholiker tiefsinnige Lieder zum Nachdenken und sich Vergessen und dem lyrisch begeisterten Fan Texte voller Poesie und hintergründigem Tiefsinn. Selten hat es eine Formation geschafft trotz der enormen Bandbreite, die weit jenseits des klassischen Black Metals angesiedelt ist, so schlüssig und durchdacht zu klingen. Diese CD wühlt einen auf, lädt einen ein zu einem nächtlichen Ritt durch düstere Gefühlswelten und offenbart bei jedem Durchlauf neue Details. Dass NOCTE OBDUCTA trotz aller Vielschichtigkeit stets durchdacht und nachvollziehbar wirken ist neben dem perfekten Sound mit seinem satten Bass ein weiterer dicker Pluspunkt. Und dass für Abwechslung mehr als gesorgt ist, dürfte mittlerweile auch klar sein, dennoch sei an dieser Stelle noch auf die variablen Vocals von Marcel und Torsten hingewiesen, die je nach den Anforderungen des jeweiligen Kontexts mal keifend, heiser growlend oder auch erzählend-vortragend in Aktion treten. Dazu noch die famose Gitarrenarbeit, die mühelos den Spagat zwischen kalten nordischen Riffs und gefühlvollen klaren Passagen schafft, Hammer.
Bevor ich mir hier noch die Finger blutig schreibe: Kauft um Himmels Willen diese CD! Besser kann es in diesem Genre kaum noch werden.
   
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