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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

CHIEF ROCKAZ - Blessing to nightmare
Band CHIEF ROCKAZ
Albumtitel Blessing to nightmare
Label/Vertrieb Perle am Rhein / Eigenproduktion
Homepage www.chiefrockaz.com
Verffentlichung 15.02.2005
Laufzeit 29:40 Minuten
Autor Rafael Hofmann
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Wenn eine Newcomer-Band sich selbst den Namen CHIEF ROCKAZ verleiht, dann ist der Anspruch dessen, was man von dieser Band verlangt natrlich schon mal eine ganze Ecke hher als es bei einem weniger "anspruchsvollen" Namen wre. Um so besser ist es jedoch, wenn die selbe Band, die sich so plakativ in den Vordergrund rckt auch ihrem selbst suggerierten Anspruch gerecht wird. Im Falle meines heutigen Plattenexemplars ist dies in recht ansehnlicher Art und Weise doch grten Teils gelungen. Die Alternative-Rock-Combo wurde im August 2003 von Peter (D), Schoski (G) und Ricolf (B) in Andernach als Folge einer wagen Idee dieser drei gegrndet. Heute, knapp zwei Jahre spter, verffentlicht die mittlerweile fnfkpfige Truppe ihr Debt "Blessing to nightmare". Der Opener ist auch gleichzeitig der Namensgeber dieses Mini-Albums und wartet von Anfang an mit dem vollen Brett gegenber dem Zuhrer auf, ohne ihn auch nur eine Sekunde lang darber im Zweifel zu belassen, was ihn in der kommenden halben Stunde erwarten wird. Um es kurz zusammenzufassen: Sphrisch anmutende Samples treffen auf brachial fette Gitarren, die das Fundament fr einen wahren Klangteppich liefern ber den der (krperlich kleine) Frontmann Angelo mit unglaublich voluminser Stimme einprgsame und wirkungsvolle Gesangslinien platziert. Eine moderne, sehr gelungene Rockballade in meinen Augen, die jedoch nicht primr zum Kuscheln sondern viel mehr zum eckstatischen Gefhlsausbruch motorischer Art verleitet.
Der Song "Love" hat den wohl eingngigsten Refrain des ganzen Liedgutes auf dieser Produktion. Wer hier nicht zum Mitsingen animiert wird, der muss an Demenz mit einer besonderen Art von "Spontanverstummung" leiden! :-)
Was mich beim Songwriting etwas strt lsst sich an "Your Lies" besonders gut darstellen. Der Titel startet so sehr treibend, wie er im Refrain auch weitergefhrt wird, jedoch ist die Strophe, die unweigerlich an diesen Teil anschliet eher flchig, zurckhaltend gestaltet. Diese Kompositionsweise erweckt in mir immer einen etwas "bremsenden" Charakter. Natrlich kann man nicht 30 Minuten nur durchknppeln und natrlich leben die einzelnen Lieder von ihrer eigenen Vielfalt, jedoch ist die hier fr meinen Geschmack etwas zu sehr ausgeprgt. Zum anderen haftet die beschriebene Eigenart dem Style der CHIEF ROCKAZ ihren eigenen Akzent an und macht so - neben dem ziemlich selten in dieser Zusammenstellung auftretenden Sound - den besonderen Touch dieser Band aus.
Der zuvor schon ber die DAS DING Netzparade auf Geflligkeit getestete Song der Band ist der letzte Titel auf dem blau schimmernden Album und heit "Minority". Zu diesem Song lasse ich doch lieber die Fakten sprechen als mir nun die Finger blutig zu schrieben: Ein Lied einer Alternative-Metal-Band, das in der ersten Woche Platz 2 der Netzparade belegt, danach sieben Wochen in Folge auf Platz eins verharrt und insgesamt 20 Wochen in den Online-Charts des Radiosenders bestehen kann, kann nicht schlecht sein.
Mein Fazit: Mit einem schon fast frech wirkenden Understatement - was nicht zuletzt durch den provokant wirkenden Namen der Band unterstrichen wird - bringen die fnf Musiker vom Rhein eine Scheibe auf den Markt, die in den Erfolgsvoraussetzungen nicht besser dastehen knnte. Eingngige Songs, superdicke Produktion und von der Musik her den Nerv der Zeit getroffen, das sind CHIEF ROCKAZ. Fr meinen Geschmack ist das Songwriting etwas zu eintnig geraten, aber eben das macht den Stil dieser Musikanten aus.
Da ich unwissend bin, wie der Vertrieb der CD vor sich gehen wird, rate ich euch schon mal ein Exemplar ber die Internetseite der Band zu bestellen; der Fehlkauf ist nahezu ausgeschlossen. Wenngleich der Vergleich hinkt, dann wrde ich diese Platte den Konsumenten von NICKLEBACK, CREED und LINKIN PARK anraten.
   
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