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21. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

INSIGNIUM - In die Abgründe
Band INSIGNIUM
Albumtitel In die Abgründe
Label/Vertrieb Black Attack
Homepage www.insignium.de
Veröffentlichung 31.01.2005
Laufzeit 53:09 Minuten
Autor Andre Kreuz
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Wenn man sich manchmal ob der Flut an durchschnittlichen Black Metal-Veröffentlichungen fragt, was zum Teufel man eigentlich je an dieser Musikrichtung gefunden hat, dann sind es Bands wie INSIGNIUM, die einen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Nachdem sich das Besetzungskarussell nach der Gründung 1996 einige Male gedreht hat und nachdem man 1999 das erste Demo "Insignia risen..." veröffentlicht hat, erwartet die Anhänger der schwarzen Wurzel gleich zu Beginn des blutjungen Jahres 2005 ein echter Leckerbissen dieses Genres. Dieser verbirgt sich zunächst hinter einem nichtssagenden Cover, aber lasst Euch davon nicht täuschen! Die faulende "Moorleiche" eröffnet nämlich ein Black Metal-Album vor dem Herrn und wischt bereits erste Vermutungen, einen monotonen ultra-true-Kandidaten im Player kreisen zu haben unwirsch weg. Schnell offenbart sich die technische Klasse der gänzlich ohne Keyboard agierenden Horde. Besondere Beachtung verdienen neben dem kratzbürstigen Gesang die tollen Gitarrenarrangements, die die beständige Gratwanderung zwischen nordisch geprägter Blizzard-Raserei und melancholisch-ergreifenden Melodien scheinbar mit Links vollziehen. Interessant ist hier, dass die beiden Gründungsmitglieder Shoggoth und Apollyn beide sowohl für die Vocals, als auch für die Klampfen zuständig sind. Bass und Drums brauchen sich natürlich auch nicht im dunklen Keller zu verstecken, aber INSIGNIUM wird ohne Zweifel von der superben Gitarrenarbeit dominiert.
Im übrigen werden fast durchweg deutsche (mir leider nicht vorliegende) Texte serviert, so offenbart sich das blumig in Latein betitelte "Vulva Stellaris" schnell als "Sternenfotze"... Vorher wird aber noch kurz "Gefistet", wohingegen der absolute Überhammer vom "Bunkerkrieg" gestellt wird. Mit seinen punktgenauen und Verzeiflung ausstrahlenden melodischen Leads für meinen Geschmack eines der besten Songs in diesem Genre seit Jahren. Abgeschlossen wird "In die Abgründe" vom aufgrund seiner Länge (13 Minuten) beinahe epischen Titeltrack, der noch einmal das ganze Spektrum von INSIGNIUM abdeckt.
Fazit: Wer auf kalten, traditionellen aber dennoch abwechslungsreichen und eingängigen Black Metal steht, sollte sich diese Scheibe schnellstmöglich zulegen. Im Zweifel einfach mal "Moorleiche" auf der Homepage der Band runterladen, es lohnt sich!
   
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