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23. Januar 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

WIRTZ - Die Fünfte Dimension
Band WIRTZ
Albumtitel Die Fünfte Dimension
Label/Vertrieb Wirtz Musik/Tonpool
Homepage www.wirtzmusik.de
Veröffentlichung 17.11.2017
Laufzeit 48:21 Minuten
Autor Peter Hollecker
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Das ging ja dann gefühlt wirklich verdammt hurtig mit der neuen, mittlerweile 5. Studioplatte von WIRTZ! Die Zeit vergeht aber auch schnell, schließlich erschien der Vorgänger "Auf Die Plätze, Fertig, Los!" doch schon vor 2 einhalb Jahren. Vielleicht liegt es auch daran, dass Daniel Wirtz kurz vor und nach der VÖ quasi ständig entweder live als Gast von Xavier Naidoo und Udo Lindenberg sowie solo auf den großen Bühnen bzw. auf der Mattscheibe ("Sing Meinen Song" und "One Night Song-Wirtzhaus") präsent war. Dabei muss ich als bekennender Anhänger seiner Musik anmerken, dass ich die Sendung "One Night Song" auf VOX richtig schlecht fand, das Ganze wirkte auf mich doch arg aufgesetzt und insziniert. Naja, scheinbar wollte der Sender auf den neuen Goldenen Esel, der Dukaten zu scheißen verspricht, schnell aufspringen und erfand ein Konzept, dass halt nicht funktioniert, zumindest für meinen Geschmack. Zu harsche Worte? Mir egal, der Künstler nimmt ja in seinen Liedern selbst kein Blatt vor den Mund, da muss der Gute jetzt einfach mal mit leben.

Auf der neuen Scheibe macht Daniel dagegen wieder alles richtig. War der o.g. Vorgänger noch eher von vielen positiven Aspekten durchzogen, rudert der Frankfurter vor allem textlich wieder eine Kleinigkeit zurück. Klar, vom ersten Ton an ist WIRTZ eindeutig zu erkennen...dieser Mix aus melodischem Alternative Rock und härteren Klängen in Richtung Metal, die erst mit diesen genialen lyrischen Ergüssen den vollen Genuss bringen, ist schon mega. Ist irgendwie schon seltsam wie der Kerl es immer wieder schafft, dass sich die Hörer bzw. die Fans immer wieder in seinen Songs wiederfinden! Das ist wohl das größte Geheimnis des Erfolges und gleichermaßen eine Gabe, den Hörern den Spiegel vorzuhalten, ohne ihnen Vorwürfe zu machen. So treibt es mir bei der grandiosen Ballade "Ich Bleibe Hier" jedes mal die Tränen in die Augen...vielen Dank dafür Herr Wirtz! Da muss ich jetzt einfach mal mit leben. Egal, Daniel singt wieder einmal mit glockenklarer Stimme, bei der man jedes Wort versteht, was ein Mitlesen der Texte nicht dringend notwendig macht. Neben Politischem bzw. Sozialkritischem ("Das Verheißene Glück", "Wer Wir Waren" oder "Die Entdeckung Der Langsamkeit") gibt es wie gewohnt auch augenzwinkernde Themen. So ist es köstlich zu erfahren, wie der junge Vater die Geburt seines Sohnes erlebt hat und wie sich sein Alltag bis hin zum Waffeln verteilen beim Kindergeburtstag entwickelt hat. Schon wieder Tränen in den Augen des (schreibenden) Vaters, diesmal vor Lachen, weil so herrlich wahr und ganz nah am echten Leben! Und die Ratschläge in Sachen Gefühle und Liebe, die Daniel von seinem Daddy offensichtlich erhielt ("Liebe"), darf ich zur Zeit eins zu eins an meinen mittlerweile 14-Jährigen weitergeben!

So ist "Die Fünfte Dimension" ein sehr persönliches und rundes Album, dass genau die richtige Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit aufweist. Der Sänger und Songwriter selbst sieht es musikalisch selbst zwischen "Erdling" und "Akustik Voodoo", ja, kann ich so unterschreiben. Außerdem ist die Produktion sehr straight und fett, auch dafür ein Kompliment! Es gibt das Album auch in einer streng limitierten Deluxe-Box, die zur regulären CD noch zwei Live-CDs sowie die dazugehörige DVD "Live In Bochum" enthält. Da ist wohl Beeilen angesagt.
   
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