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22. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

QUINN SULLIVAN - Midnight Highway
Band QUINN SULLIVAN
Albumtitel Midnight Highway
Label/Vertrieb Mascot Label Group/Rough Trade
Homepage www.quinnsullivanmusic.com
Verffentlichung 24.03.2017
Laufzeit 58:45 Minuten
Autor Peter Hollecker
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Der geneigte Blues-Fan erinnert sich garantiert noch an Johnny Lang, der Mitte der Neunziger im Alter von 14 Jahren seine erste Platte verffentlichte und als neues Blues Wunderkind galt! So hnlich ist das jetzt auch mit Quinn Sullivan der Fall, der mittlerweile 17 Lenze alt ist und mit "Midnight Highway" schon sein drittes Album auf den Blues-Markt wirft. Ich kenne die beiden Vorgnger nicht, habe mir nur die Cover im Internet angesehen, auf denen das Kind deutlich als solches zu erkennen ist. Quinn ist jedenfalls ein Ziehkind von Buddy Guy, mit dem er schon die Bhne teilen durfte. Er umgibt sich gerne mit groen Musikern, die in der Blues-Szene lngst gestandene Kerle sind, so produzierte "Midnight Highway" der Grammygewinner Tom Hambridge, der auf der anstehenden Tour auch das Schlagzeug in Sullivan`s Band bedient. Fr diese Scheibe schrieb der Jungspund immerhin schon drei Songs selbst, der Rest sind Coverversionen sowie Fremdkompositionen. Ich fange mal mit kritischen Dingen bei Quinn Sullivan an, das geht nmlich ziemlich schnell. Da ist zum Beispiel die Stimme, der man das jugendliche Alter natrlich noch anhrt und mich nicht groartig begeistern kann. Das war nmlich bei genanntem Johnny Lang anders, der hatte von Anfang an ein erstlklassiges und rauchiges Organ. Zweitens ist die Scheibe fr einen Blues-Musiker doch eher arm an traditionellem Blues, der junge Mann aus Massachussetts klingt nmlich noch kommerzieller als Joe Bonamassa, wenn der akustisch unterwegs ist! So ertnen Klnge aus Country ("Tell Me I`m Not Dreaming" oder beim Titelstck) und vor allem aus dem Singer/Songwriter-Bereich (z.B. "Eyes For You"), was mich dann an die Musik eines Ed Sheeran erinnert. Also handelt es sich um ein insgesamt eher ruhiges Album, was ich jedoch nicht als Nachteil empfinde. Ab und zu rockt es dann zwischendrin doch ganz ordentlich, wie etwa beim Opener "Something For Me" oder "Graveyard Bones". Hier zeigt der junge Musiker, dass er an der Gitarre wie ein alter Hase daherkommt. Die balladesken Stcke gefallen mir allesamt sehr gut, selbst die Instrumentals "Big Sky" und "Buffalo Nickel" sind groes Ohrenkino. Mit "While My Guitar Gently Weeps" von den Beatles hat sich Quinn Sullivan einen Klassiker als Coversong ausgesucht, mit dem er (natrlich) auf Nummer Sicher geht. Das groe Talent ist zweifellos an jedem Ton hrbar und wenn er nchstes Jahr anfngt Whiskey zu trinken und vielleicht die ein oder andere Marlboro rauchen darf, wird es auch mit der Stimme wohl noch besser werden...Spa!! Facettenreiche Platte eines aufstrebenden Knstlers, der seinen Weg ganz sicher gehen wird. Wohin dieser musikalisch fhrt, bleibt vorerst noch ein kleines Fragezeichen.
   
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