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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

GOTTHARD - Need To Believe /  Firebirth (Re-Release)
Band GOTTHARD
Albumtitel Need To Believe / Firebirth (Re-Release)
Label/Vertrieb Nuclear Blast / Warner
Homepage www.gotthard.com/
Verffentlichung 27.01.2017
Laufzeit 51:47 & 58:29 Minuten
Autor Thorsten Dietrich
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Nachdem die Schweizer Hard Rock Band Ende der 90er Jahre etwas sehr weichgesplte, aber nicht schlechte Alben nebst Akustikscheibe und einer Balladen-CD herausgebracht hatten, wurden sie hnlich wie die Scorpions gerne als Hausfrauenrocker belchelt, was sich aber schon leicht ab der "Human Zoo" Scheibe nderte. Hier wurde fast so satt gerockt als zu Zeiten der ersten drei Scheiben, ohne sich jedoch fortlaufend selbst zu kopieren. Bei "Need To Believe" (2009) dem letzten Werk von Steve Lee (RIP) verluft es hnlich. Mit dem Titel will man in Zeiten von Krisen den Menschen wieder Mut machen. Das Cover mit der Hand, die Wasser aus einem Stein presst finde ich dabei sehr gelungen! Bse Zungen knnten das aber auch als Sinnbild fr die Wirtschaft sehen, aber das ist ein anderes Thema. Die erste Neuerung der Scheibe war die Wahl des kanadischen Produzenten Rich Chicky (Aerosmith), der laut Infoschreiben beim Management angerufen hat und unbedingt mit der Band arbeiten wollte! Der Sound ist auch nicht schlecht, aber fr meine Ohren nicht besser oder schlechter als beim Vorgngerwerk. Im Mittelpunkt der Scheibe steht wie immer Snger Steve Lee, der wirklich einer der Snger der Szene ist und Leuten wie Coverdale lngst den Rang abgelaufen hat. Die Songs wirken erfrischend neu, bis auf den schleppenden, drgen Opener "Shangri-La". Auffallend ist direkt die groe Anzahl an Balladen, Halbballaden und ruhigem Stoff, was circa vier von 11 regulren Titeln im Endeffekt ausmacht. Besonders unpassend ist es, wenn sie direkt hintereinander gespielt werden, wie "Need To Believe" und "Unconditional Faith". Das htte nicht sein mssen, da letzteres Stck auch etwas kraftlos rber kommt. Im schnen Gegensatz dazu stehen diverse Riffrocker von deren Kaliber sicherlich noch ein oder zwei Songs mehr mir gefallen htten. Die beiden Bonustracks der Erstauflage sind jedoch stramme Rocker die Kritiker wie mich schwer besnftigen, somit sind "Ain't Enough" und "Speed Of Light" mehr als nur Bonusstcke, werten das gute Album auf und gehren in jede Gotthard Sammlung.
2012 wollten es vier Schweizer wissen! 2010 starb Gotthard Snger Steve Lee unverschuldet bei einem Motorrad Trip in die USA. Seine Fustapfen waren riesig, war er doch mit Gitarrist Leo Leoni das Aushngeschild der Band. Schon frh kristallisierte sich heraus, dass die erfolgreichen Musiker weitermachen wrden. Schnell waren sie zu fnft wieder da, wie Phnix aus der Asche und ich glaube Steve wre stolz auf sie! Mit an Bord des neuen Albums "Firebirth" ist der ehemalige Exil-Schweizer Nic Maeder, der lange in Australien lebte und mit seiner Band Maeder hierzulande ein Album heraus gebracht hat. Was das Cover und der Titel schon andeuten, wird mit dem ersten Ton des Uptempo Liedes "Starlight" direkt klar, Gotthard waren eindrucksvoll zurck! Maeder passt wie der Arsch auf den Eimer und hat eine hnliche Stimme wie Lee, ohne den Coversnger rauszuholen. Trotzdem war es ein kluger Schachzug der Tessiner. Der Focus der letzten Alben: Mehr Hard Rock statt Hausfrauen zu erfreuen wird glcklicherweise fortgesetzt. Auffallend ist die groe Bandbreite der Songs die nicht nur das typische Schema - Uptemposong, Midtemposong plus Balladen enthlt. Dazu kommt der warme, erdige im eigenen Studio von Leo Leoni und US-Produzent Paul Lani zusammen erschaffene Sound. Auffallend ist auerdem noch, dass die 13 Songs alle sehr kompakt gehalten wurden und zwischen drei und vier Minuten dauern. Bei einer anderen Combo wre eine gute Laune Nummer mit dem albernen Titel "Yippie Aye Yay" peinlich, hier macht er Spa und passt genau. Fans der ersten drei, vier Alben werden Riffrocker der Marke "Right On" und "Fight" natrlich auch erfreuen, wobei die Balladen "Remember It's Me" und "Where Are You" absolut ins Herz treffen und gerade beim letzten Lied vom Text her auf Steve gemnzt wurden."Firebirth" ist eine sehr starke Gotthard Platte, die sich hinter keinem alten Werk verstecken muss und zeigt, dass diese Combo zu den grten ihrer Zunft gehrt. Pflichtkauf! Als Bonus (schtze von der Erstauflage) gibt es das starke "Starlight" in einer guten Akustikversion und die instrumentale Covernummer "While My Guitar Gently Weeps". Das Re-Release hat somit vier Bonussongs, das Ganze kommt zum Preis einer CD.
   
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