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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

DEVIN TOWNSEND PROJECT - Transcendence
Band DEVIN TOWNSEND PROJECT
Albumtitel Transcendence
Label/Vertrieb Inside Out Music / Sony Music
Homepage www.hevydevy.com
Alternative URL www.facebook.com/dvntownsend
Verffentlichung 09.09.2016
Laufzeit 64:16 Minuten
Autor David Lang
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Devin Townsend und seine Musik sind einzigartig. Ihn mit anderen Knstlern zu vergleichen, verbietet sich meines Erachtens, also muss er sich an seinem eigenen, bisherigen Schaffen messen lassen, welches eine beachtliche Diskografie voll wunderbarer, groartiger Alben und Songs stellt.
"Transcendence", des Meisters neuestes Werk beginnt dann auch wie sein, gerne mal vergessenes 98er "Infinity"-Album. Ernsthaft, es beginnt ziemlich genau so, hat der Kanadier doch den Live-Brecher "Truth" fr seine 7. DTP-Scheibe neu eingespielt. Wer gleich eine Neuinterpretation erwartet wird jedoch enttuscht sein, hat der Kanadier tatschlich doch nur Kleinigkeiten verndert. Dieses recyclen der eigenen Songs hat sich mir im Falle "Kingdom" (sowohl auf "Physicist" als auch auf "Epicloud") schon nicht erschlossen, doch wollen wir dem Knstler diese Freiheit einmal lassen, denn was folgt ist geradezu genial.
Mit den folgenden 9 Songs hat Monsieur Townsend nmlich einen Coup gelandet; nicht, dass "Transcendence" seine beste Verffentlichung ist, das muss ein jeder fr sich entscheiden, doch hat bisher kein Album Devins Strken derart gebndelt wie dieses. In ber einer Stunde bekommen wir eine Art Werkschau des sympathischen Tausendsassas kredenzt, quasi eine Best Of, mit Songs, die wir noch nie gehrt haben.
Ziemlich alle Markenzeichen die ihn auszeichnen sind vertreten; selbst ein latentes strapping young lad'sches Donnergrollen lsst sich hier und da, besonders aber in "Higher" vernehmen.
Arrangements bauen sich voller Spannung auf und fesseln dich vor die Anlage, bis die Songs in groen Refrains frmlich explodieren und dir (mir definitiv!) eine Gnsehaut verpassen.
Melodien, die abtauchen lassen in einen ganz eigenen, magischen Klangkosmos, verpackt in einen warmen, dichten Sound, der dich gefangen nimmt und keinen Raum fr ein nebenbei-was-anderes-machen lsst. ber allem thront des Meisters gttliche Stimme und sein virtuoses Gitarrenspiel, das mitunter nur noch staunen lsst.
Die poppige Seite, ganz besonders in Form von "Stars" und "From The Heart" wirkt hier ebenso unkitschig, wie erfrischend. Das Hauptthema des Titelsongs ist unfassbar gut, wird aber leider in seiner ganzen Pracht lediglich einmal gespielt.
Es findet sich kein einziger mittelmiger, geschweige denn schlechter Song auf dem Album, und wenn ich schon meckern muss, dann darber, dass nach meinem Empfinden einiges doch arg knstlich in die Lnge gezogen wurde. Nichts gegen jamsessionartige Enden von Songs, und latent ausuferndes Gniedeln; dies gehrt nicht erst seit gestern zur Kunst des Herrn T., doch gewinnt man gerne mal den Eindruck, diesmal sei es nur, um Spielzeit zu gewinnen.
Von rund 8 1/2 Minuten "From The Heart" wird beispielsweise die zweite Hlfte mehr oder weniger geklimpert, beim abschlieenden "Transdermal Celebration" (einem coolen Ween-Cover) sogar gut 5 von 8 1/2 Minuten. Das ist aber Gemoser auf hohem Niveau, wei der Rest doch durchweg zu begeistern. Ich knnte noch stundenlang weiter schwrmen und bereits jetzt den Anfang umschreiben, weil er mir schon unpassend erscheint, doch kme ich so nie zu einem Ende.
Menschen, die sich gerne ein Bild vom Schaffen des Knstlers machen wollen sind mit "Transcendence" bestens bedient, Dev-Heads wissen ohnehin Bescheid und alle Unwissenden sollten ihr Ohr sptestens jetzt einem der innovativsten, kreativsten und leidenschaftlichsten Musiker der modernen Rockmusik leihen.
   
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