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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

SUMAC - What One Becomes
Band SUMAC
Albumtitel What One Becomes
Label/Vertrieb Thrill Jockey / Rough Trade
Homepage www.facebook.com/sumacband/
Alternative URL www.sumac.bandcamp.com/
Verffentlichung 10.06.2016
Laufzeit 58:48 Minuten
Autor Marc Fischer
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Wer oder was ist SUMAC? Und wie spricht man das aus? Mit einem osteuropischen 'tsch' am Ende, oder doch amerikanisch, quasi nicht der Bigmac, sondern der Sumac? Zumindest die Frage, wer die Band ist, kann zufrieden stellend geklrt werden. Und da drfte einigen Leuten der Schlppi feucht werden, denn beim Trio handelt es sich um Aaron Turner (ISIS, Old Man Gloom), Nick Yasyshyn (Baptists) und Brian Cook (Russian Circles, Botch). Vor allem Turner ist ein Tausendsassa und wieder als Frontmann mit dem Sechssaiter sowie seiner Stimme vorne dran.
"What One Becomes" ist inzwischen schon der zweite Output der Amis, zuvor gab es bereits im letzten Jahr das Debt "The Deal". Und es war bei den Namen auch schon ein wenig zu erwarten, aber was hier abgeht, ist fernab jeglicher konformen musikalischer Kunst. Fnf Tracks in knapp eine Stunde Spielzeit zu verpacken, da wei jemand, wie man die Platte voll bekommt. Die Spiellngen sind pro Song ca. zehn Minuten, mit "Blackout" ist ein Track sogar ber siebzehn Minuten lang.
Zunchst beginnt es mit "Image of Control" aber sehr zerfahren und wenig durchsichtig, ehe sich nach rund vier Minuten so etwas wie Struktur einschleicht und Turner mit einem derben Riff die Magengrube nach Auen kehrt. Der Sound ist mit Absicht so angelegt, dass das Ganze unglaublich dster und verschroben, aber gleichzeitig auch sehr schwer wirkt. Soll heien, die einzelnen Elemente multiplizieren sich gegenseitig und entwickeln dadurch noch mal eine besondere Form von Wucht. Man hat den Eindruck, dass Drummer Yasyshyn auf seine Kessel einhackt, wie ein Berserker, was diese Momente zuvor nur noch unterstreicht. Das anschlieende "Rigid Man" beginnt zunchst etwas ruhiger bzw. strukturierter, aber ebenso auch vertrackter, da sich zunchst an einem Rhythmus entlang gekloppt wird, ehe nach fnf Minuten ein Break dem ganzen erstmal ein Ende setzt. Aus dieser Stille heraus lebt die Gitarre wieder auf, erst noch zgerlich, schlielich baut sich aber wieder ein Klangteppich auf, der auch die brigen Instrumente wieder ins Boot holt, ehe ein Fill den Wust beendet und mit einem dicken Riff schlielich die letzten zwei Minuten einlutet, die wieder zu vielen Rhythmusexperimenten fhren.
Das dritte Stck "Clutch Of Oblivion" steigt zunchst klassisch in beinahe alter ISIS-Manier ein. Ein ruhiges Gitarrenspiel, welches zunchst verhalten vom Schlagzeug untersttzt wird. Dann aber wird zur Hlfte mehr Druck aufgebaut und Yasyshyn zeigt mit unglaublichen Wirbeln, Breaks und Fills, was er drauf hat, bevor zum Ende noch mal das Tempo und die Intensitt herausgenommen werden. Dann folgt "Blackout", ein wahres Monstrum von Lied, welches durch Yasyshyn und der Stimme von Turner eingeleitet wird. Als kleines Gimmick wurden hier die Strgerusche des Gitarrenkabels sogar in der Aufnahme mit drin gelassen, wohl um ein natrlicheres Bild zu vermitteln. Ansonsten ist die Nummer aber soweit entfernt von einem normalen Song, wie der FC St. Pauli vom Gewinn der Meisterschaft. Man muss es einfach schlicht hren, mit Worten kann man das einfach nicht wiedergeben.
Den Abschluss bildet schlussendlich "Will To Reach", ein ebenso undurchsichtiger Track, der zur Hlfte etwas ruhiger wird, nach und nach zum Ende hin aber das Tempo immer weiter anzieht, ehe auch er frmlich zu explodieren scheint.
Wer sonst darber motzt, dass es in der Musik einfach nichts mehr Neues gibt und sich vieles gleich anhrt, dem sei "What One Becomes" von SUMAC empfohlen und um die Ohren gehauen. Hochinnovativ, unglaublich experimentell und alles andere als gewhnlich. Wer Bands wie die bereits oben genannten mag, wird auch hiermit sicher viel Freude haben. Wer es dagegen lieber traditionell hat, wird hiermit kaum klarkommen.
   
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