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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

INCREMATE - Prospect Of Death
Band INCREMATE
Albumtitel Prospect Of Death
Label/Vertrieb Godeater Records
Homepage www.incremate.com
Alternative URL www.facebook.com/incremate
Verffentlichung 16.06.2016
Laufzeit 32:51 Minuten
Autor Axel Fichtmller
Bewertung 11 von 15 Punkten
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"Respect the Old School" heit es im Booklet der Debt-Scheibe des Dresdner Todeskommandos INCREMATE. Und damit ist die Marschrichtung von "Prospect Of Death" bereits unmissverstndlich vorgegeben: Wirklich alles schreit hier nach 90er-Jahre US-Death Metal - all over the fucking place!
Bereits der Einstand mit "Slay Your Woman, Stab Your Child" knnte klassischer nicht sein. Ohne auch nur eine Sekunde an irgendwelche atmosphrischen Sample-Keyboard-Kollagen zu verschwenden, zerhackstckt Drummer Teo seine Schiebude, das erste Oldschool-Riff wird abgefeuert und Frontmann Ronald grunzbellt uns ungefilterten Hass entgegen. Technisch, tight und mit einer rhythmischen Dynamik, dass es einem die Kutte um die Ohren blst - INCREMATE beherrschen ihr Quellmaterial aus dem Effeff. Deicide, Cannibal Corpse, Malevolent Creation, Obituary, Morbid Angel - wer diese Namen auch in der eigenen Hausapotheke wiederfindet, darf sich die in Musik gegossene Verbeugung der Elbmetropolitans gleich mit auf's nchste Rezept schreiben lassen.
Dresden als Auenstelle des US-Death Metal? Zumindest blieb man auch in Punkto Produktion vor der eigenen Haustr und lie sich "Prospect Of Death" vom Virtuose Vibe Studio mundgerecht zusammenklppeln. Mit dem Ergebnis, dass Bass, Gitarren, Schlagzeug und Gesang nicht nur authentisch, sondern auch ausgewogen-bissig klingen. Dennoch: Nostalgiker der altehrwrdigen Morrisound-Klangmalerei werden die Produktion des Debts mglicherweise als etwas zu dnn empfinden. Aber wir reden hier trotzdem - musikalisch als auch vom Sound her - von einem wirklich hohen Niveau. Bei einem Erstlingswerk!
Bei allem Lob muss trotzdem gesagt werden, dass INCREMATE den Death Metal hier natrlich nicht neu erfinden. Das war gewiss auch nie die Intention des Trios. Aber anstatt nach einer ideenbefreiten oder kreativittsarmen Kopie beliebter Klassiker zu klingen, hat die Platte eine eigene Identitt, die mal mehr mal weniger prsent ist. Am besten funktioniert das bei Titeln wie "Impressed By Suffering" oder "Anger Forms Humility", die charmant die genannten Helden zitieren, aber doch selbststndig arrangieren.
Mit knapp 33 Minuten Laufzeit ist dann auch alles gesagt. Ronald und seine Mitstreiter versuchen gar nicht erst, aus jedem Song das absolute Maximum an Lnge herauszuquetschen, sondern bringen jede Idee und jeden Spannungsverlauf exakt auf den Punkt. Ergonomie vor Epik. Definitiv eine Liebhaberplatte, aber mei, wie sehr kann man "Prospect Of Death" lieb haben? Ganz sehr lieb.
   
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