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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

MÖRBID VOMIT - Doctrine Of Violence
Band MÖRBID VOMIT
Albumtitel Doctrine Of Violence
Label/Vertrieb Ranka Kustannus / Soulfood
Homepage www.facebook.com/morbidvomit
Veröffentlichung 27.11.2015
Laufzeit 37:44 Minuten
Autor Marc Fischer
Bewertung 9 von 15 Punkten
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Schweden-Death aus Finnland? Verrückt! Die finnischen MÖRBID VOMIT präsentieren auf ihrem Debütalbum aber genau das. Wurde die Band bereits schon für ihre Demo und ihre beiden EPs abgefeiert, unter anderem auch vom Kollegen Schallmaier, so liefert das Quartett nun erstmals eine volle Breitseite ab.
Bei den vielen Todesbleiplatten, die aber in den letzten Monaten das Licht der Welt erblickt haben, fällt es inzwischen ein wenig schwer, da noch Unterschiede herzustellen und die Nuancen auch richtig zu Papier zu bringen. Denn auch MÖRBID VOMIT ergeht es aus meiner Sicht wie vielen anderen Kapellen, die in der letzten Zeit in meinem Musikabspielgerät landeten: Alles solide bis gute und ambitionierte Truppen, denen man weder das Spielverständnis noch die Hingabe absprechen möchte, aber irgendwann stochert man nur noch in einem riesengroßen Topf herum und merkt, dass es dann doch alles ein Brei ist. Für sich allein gesehen, ist "Doctrine Of Violence" eine absolut runde Sache, die für einen Abend die Partybombe schlechthin sein kann. Dafür sprechen Songs wie die Groovewalze "Beaten From Belief", der knallige Opener "The Seed Of Human Scum" oder auch der Titeltrack. Im Gesamtkosmos gesehen ist die Scheibe aber wiederum nur eine von vielen, denn es passiert dann doch nichts anderes, als man das vom Genre gewohnt ist. Das Organ von Fronter Ryöti ist zwar noch ein Hinhörer, denn die Intensität und Tiefe trifft man dann eben doch nicht jeden Tag an, der Rest bleibt aber das übliche Handwerk, dass man heute als Death Metal Band, die was auf sich hält, beherrschen sollte. Das mag zwar ein Stück weit arrogant oder anmaßend klingen, für diesen Fall mag ich aber erneut gern auf die Schwemme der veröffentlichten Platten aus der Tod-Ecke hinweisen. Die stehen dem hier dargebotenen nämlich meist in Nichts nach.
Um den Gesamteindruck, der durchaus positiv ist, aber nicht zu sehr zu schmälern, soll die Bewertung von "Doctrine Of Violence" nicht auf 'stets bemüht' reduziert werden, denn damit würde man auch den Finnen nicht gerecht werden. Das Debüt ist für eine erste LP absolut ansehnlich, mehr jedoch auch nicht.
   
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