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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

BORKNAGAR - Winter Thrice
Band BORKNAGAR
Albumtitel Winter Thrice
Label/Vertrieb Century Media / Sony
Homepage www.borknagar.com
Alternative URL www.facebook.com/borknagarofficial
Verffentlichung 22.01.2016
Laufzeit 49:37 Minuten
Autor Axel Fichtmller
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Mit zwanzig Jahren Erfahrung in den heidnischen Knochen zelebriert die norwegische Institution BORKNAGAR ihr Jubilum mit einem weiteren schwarzmelodischen Zyklus; der zehnte mittlerweile. Vier Jahre waren seit dem Erscheinen von "Urd" ins Land gezogen, bevor sich Mastermind ystein G. Brun mit seinen namhaften Kollegen ins Studio von Jens Bogren einschloss, um "Winter Thrice" mit der gebhrenden Sorgfalt aus der Taufe zu heben. In punkto Produktion war dies auch das Beste was den vorliegenden acht Songs passieren konnte, denn "Winter Thrice" klingt fantastisch! Die pure Hlle fr Puristen - ein Ohrenschmaus fr stheten. Insbesondere die Gesangs- und Chorpassagen profitieren davon und bilden nun mit den anderen Instrumenten eine fugenlose Einheit.
Stilistisch ist Album Nummer Zehn die logische und konsequente Fortsetzung der BORKNAGAR-Formel seit "Universal" (strenggenommen sogar seit "Epic"). Gefhlt liegt hier der letzte Teil einer Trilogie vor, was sich auch im Artwork vom erneut verpflichteten Marcelo Vasco wiederspiegelt. So erwartet den geneigten Hrer anstatt der einst archaisch-ungestmen Gewalt frherer Werke ("Borknagar", "The Olden Domain" oder "The Archaic Course") eine eher Ghost Brigade-esque melancholische Epik. Extreme loten BORKNAGAR daher lediglich hinsichtlich der Klangweite aus. Das unterstreicht vor allem der eher flchige Sound der Gitarren, was in Kombination mit den Chorgesngen den Epik-Faktor noch verstrkt.
Der gedoppelte und dezent mit Effekten versehene Gesang von Vintersorg - der als Leadsnger hier eine seiner besten Leistungen abliefert - sowie seiner Kollegen ICS Vortex und Lars Nedland droht zwar immer mal wieder ins Prtentise abzurutschen, aber im Gesamtbild bleibt es dennoch stimmig und ist Haupttrger der vermittelten Atmosphre. Zwischendurch blitzen auch ein paar Growls durch, diese bilden aber eher Akzente zu den ansonsten sehr melodisen Gesangsparts. Da passt es auch wie Faust auf Zhne, dass man Kristoffer "Garm" Rygg (BORKNAGAR-Mitgrnder, Ulver) als Gastsnger verpflichtet hat, der dem Titelsong seine eigene Note aufdrckt und zu einer der strksten Nummern der Platte gehrt. Denn trotz der omniprsenten musikalischen Direktive von ystein sind die Einflsse seiner Mitstreiter hier und da deutlich hrbar, vor allem bei Track Vier. "Panorama" wurde mageblich von Lars A. Nedland geschrieben, welcher hier auch als Lead Vocalist agiert und seine klare Solefald-Handschrift hinterlsst, inklusive 70er Jahre Retro-Keyboard-Solo, das auch als ehrenvolle Verbeugung gegenber dem verstorbenen Keith Emerson gedeutet werden kann.
Das ist viel des Lobes, dennoch ist "Winter Thrice" trotz seines insgesamt sehr runden Eindrucks nicht der Weisheit letzter Schluss im Portfolio der Norweger. Bse gesagt fllt das Album ab der zweiten Hlfte deutlich ab, kann mit der Dynamik der ersten vier Titel nicht mithalten. "When Chaos Calls" ist mit sieben Minute der zweitlngste Titel, zieht sich wegen des formelhaften Songwritings aber unntig in die Lnge. Hier htte man locker krzer treten knnen. Dass dann erst mit Track Sieben "Noctilucent" berhaupt mal eine merkliche Abwechslung aufkommt, gereicht dem ermdenden Ohr auch nicht zum Vorteil. "Terminus" als Rausschmeier funktioniert aber einwandfrei, wegen seiner gut geschriebenen Dramaturgie.
Alles in allem eine etwas zwiespltige Erfahrung, aber wie jedes gute Album hat auch "Winter Thrice" Potenzial bei jedem Durchgang noch mal zu wachsen, weshalb ein breites Feld an melodieaffinen Metalheads hier mal 'reinhren darf und sollte.
   
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