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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

KETZER - Starless
Band KETZER
Albumtitel Starless
Label/Vertrieb Metal Blade / Sony
Homepage www.ketzer-official.de
Alternative URL www.facebook.com/ketzergermany
Verffentlichung 29.01.2016
Laufzeit 45:37 Minuten
Autor Axel Fichtmller
Bewertung 7 von 15 Punkten
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KETZER schafften es 2009 mit ihrem Debut "Satan's Boundaries Unchained" ein nachhaltiges Echo bei einer berschaubaren Gemeinde von Fans zu hinterlassen. Mir flog die Platte erst vor zwei Jahren zufllig zu und auch ich konnte dem angeschwrzten Hass im Stile von Gromeistern wie Desaster, Destryer 666 oder Sodom sehr viel abgewinnen. Kitschige Texte, aber insgesamt ein Album mit frischen Ideen und vielen starken Riffs. Darauf folgte 2012 das Zweitlingswerk "Endzeit Metropolis", das aber nur sehr kurz angespielt in meinem Player lief und mit einigen Stilexperimenten aufwartete.
"Starless" lautet nun KETZERs aktueller Output und beim ersten Hren wird eines sehr schnell klar: Das klingt aber stark nach Tribulation! Und viele mgen sich wohl langfristig daran stren, dass "Children Of The Night" von 2015 hier omniprsent ber allem zu schweben scheint. Ich finde aber, dass man nicht versuchen sollte beide Werke auf Biegen und Brechen miteinander vergleichen zu wollen. Der wunde Punkt liegt woanders.
hnlich wie die Schweden haben auch KETZER anno 2016 stilistisch auf dsteren Rock umgesattelt, das Tempo generell etwas herausgenommen und in der Produktion die Regler deutlich auf Zugnglichkeit gedreht. "Starless" will dabei eine unterkhlte, gen Skandinavien blickende Black'n'Roll-Scheibe sein, mit einem minimalistischen Ansatz und ohne atmosphrisches Beiwerk. Gitarren, Bass, Drums, Gekeife und gut. Klingt auf dem Papier sehr reizvoll, dennoch habe ich so meine Probleme mit dem Album. Denn im Gegensatz zu KETZERs Debut, fehlt "Starless" schlicht eine Vision. Wohin mit den Songs? Wohin mit all den Ideen? Welche Identitt soll die Platte haben?
Primr bedrckend-langsam, verpasst es das Quintett aus NRW angeschwrzte Rock-Nummern mit Hitpotenzial aneinanderzureihen, denn das liefert weder das spannungsarme Songwriting, noch die minimalistisch-glatte Produktion. Zudem wird der Hrfluss von "Starless" durch die Zusammenstellung der einzelnen Titel permanent unangenehm unterbrochen. Wenn ein wenig Tempo wnschenswert wre, kommen KETZER mit einer gemchlich-monotonen Rhythmus-Nummer daher, um die gute Stimmung durch ein Highlight wie "Godface" dann erneut mit unntig heruntergefahrenen Passagen zunichte zu machen. Warum? Es fhlt sich wie stop-and-go im Feierabendverkehr an.
"Count To Ten" steht beispielhaft fr mein allgemeines Problem mit Starless. Der Titel beginnt mit einem kurzen Gitarren-Intro, welches sich dann begleitet von Bass und Drums noch mal wiederholt. Darauf folgt das Herzstck, das aus einem verdammt uninspirierten, walzenden Drumpart und einem nicht minder spannungsarmen Hauptriff besteht. Im Mittelteil folgt das sich eigentlich dramaturgisch zuspitzende Zhlen bis Zehn (wer htte das vermutet), um den Hrer anschlieend mit einer Wiederholung des Hauptteils unbefriedigt zu entlassen. Keine motivierende Variation, kein ohrwurmartiges Riff, kein knackiges Anziehen des Tempos oder irgendeine anders geartete Idee in Sicht. Warum denn? Hier htte man mit wenig so viel mehr machen knnen. Stattdessen quetscht man mal eben noch ein 11 Minuten-Monster (Shaman's Dance) ins letzte Drittel, das nicht eine Sekunde auch nur nirgendwo hinfhrt und ungelenk Idee an Idee reiht.
Am Ende bleibt dennoch die vage Hoffnung, dass ich lediglich nicht zur von KETZER angesprochenen Zielgruppe gehre und die Herren tatschlich ein kleines Meisterwerk fr Kenner geschaffen haben. Das Handwerkszeug dafr ist da. Aber "Starless" wird sich so schnell nicht mehr in meine Playlist verirren.
   
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