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26. April 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

ABORTED - Retrogore
Band ABORTED
Albumtitel Retrogore
Label/Vertrieb Century Media Records / Sony Music
Homepage www.goremageddon.be
Alternative URL www.facebook.com/abortedofficial
Verffentlichung 22.04.2016
Laufzeit 43:14 Minuten
Autor David Lang
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Retro hier, Retro da, Retro berall, und das nicht erst seit gestern. Verklrte Nostalgie, der Wunsch nach Vertrautem oder schlichtweg die Einstellung, das frher sowieso alles besser war. Das Reiten auf der Retrowelle kann viele Grnde haben.
Warum die Death-Grinder von Aborted ihr neuestes Geschnetzeltes "Retrogore" nennen, vermag ich nicht zu bestimmen. Vielleicht weil das Cover so schn old schoolig rber kommt. Eventuell weil man Fan diverser Klassiker ist, wie die Pressefotos im witzig-originellen "Ghostbusters", "Texas Chansaw Massacre" oder auch "Army Of Darkness"-Stil zeigen (unbedingt googlen!), aber definitiv nicht, weil man seinen Sound in diese Richtung modifiziert hat.
Die Belgier um Frontmonster Sven de Caluwe (Gurgloroth... herrlich) metzeln in einer knappen Dreiviertelstunde alles kaputt und das ganz klar ohne Zugestndnisse an irgendwelche (Retro-) Trends. Was sich ein wenig gendert hat, ist das Songwriting, welches weitaus zugnglicher, teilweise geradezu "catchy" geworden ist und so schon von der grandiosen "Termination Redux"-EP bekannt ist. Im Fall Aborted bedeutet dies keineswegs Kompromisse. Meines Erachtens kann Brutalitt nur schwer durch durchgehendes Gekloppe entstehen, sondern braucht eine gewisse Dynamik, Abwechslung und gerne mal dezent gemigtes Tempo; nur so wirken brutale Parts auf Dauer, nur so haben solch akustische Gewalttaten eine hohe Halbwertszeit (Ausnahmen besttigen die Regel, aber ihr wisst, was ich meine).
Allein der (nach einem bedrohlichen Intro abrupt startende) wahnwitzige Titelsong zeigt sofort wo es lang geht. Natrlich heit es nach wie vor gerne Vollgas und keine Gefangenen machen, doch dieses Vollgas erwischt dich immer wieder vllig unvermittelt und bereitet zwischen all den Nacken zerstrenden Grooves diebische Freude. Derer gibt es, wie bereits angedeutet so viel wie nie zuvor; ebenfalls brutal wie Sau.
Abwechslungsreichtum wird zudem durch beinahe epische Nummern wie "Divine Impediment" erreicht. Auch 2016 kristallisieren sich im Lager der Prgelknaben nicht die groen Hits heraus (der Titelsong hat da die grten Chancen), dafr hlt man dann doch zu starr am Genrekorsett fest. Strt aber nicht weiter, macht "Retrogore" doch in seiner Gesamtheit wirklich Spa und langweilt zu keiner Sekunde.
Deathheads greifen zu!
   
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