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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FLESHGOD APOCALYPSE - King
Band FLESHGOD APOCALYPSE
Albumtitel King
Label/Vertrieb Nuclear Blast / Warner
Homepage www.facebook.com/fleshgodapocalypse
Alternative URL shop.fleshgodapocalypse.com
Verffentlichung 05.02.2016
Laufzeit 57:25 Minuten
Autor David Lang
Bewertung 14 von 15 Punkten
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In der heutigen Zeit, in einer hoffnungslos berlaufenen Szene seinen Platz zu finden ist nahezu ein Ding der Unmglichkeit. Fleshgod Apocalypse gehren zu den wenigen Bands, die man problemlos aus unzhligen anderen heraus hren kann.
Die Mischung aus technisch-brutalem Death Metal und orchestralem Bombast ist in ihrer Konsequenz nahezu einzigartig. War "Labyrinth", das letzte Studioalbum der Italiener auch nicht der erhoffte Oberhammer, so gab es fr die Band trotz allem doch keinen Anlass, am Erfolgsrezept zu schrauben. Dass man es fr das neueste Opus dann doch tat, spricht letztlich aus mehreren Grnden fr das Quintett.
Zum einen honoriere ich gern den Mut, aus der Komfortzone auszubrechen. Es wre (vermutlich) ein leichtes gewesen, sich der alten Qualitten zu besinnen und wieder packendere Songs im ureigenen Gewand zu schreiben.
Stattdessen whlte man den Weg, den sich viele gerne auf die Fahnen schreiben, aber nur die wenigsten auch tatschlich zeigen: Progression!
Nicht dass Fleshgod Apocalypse pltzlich ganz anders klngen, doch hat man ein, meines Erachtens oftmals totgeschwiegenes Problem gelst.
Waren es in der Vergangenheit einzig Verschnaufpausen, die die Kunst des Langsamerspielens aufblitzen lieen, so agiert man 2016 insgesamt auf einem weitaus gediegeneren Level. Das gilt nicht fr die Intensitt des Songmaterials; dieses gewinnt durch die Drosselung des Tempos massiv an Hrte. Die chirurgisch przise gemetzelten Hochgeschwindigkeitssegmente wirken dank ihrer alles zermalmenden Midtempo-Konterparts noch mal so beeindruckend.

Startet das Album mit dem majesttischen, rein instrumentalen "Marche Royale" so wird bereits bei "In Aeternum" die komplette Palette der schier wahnwitzigen Fhigkeiten der Musiker auf dem Silbertablett serviert. Rasend schnelles Geballer, Stakkatoriffing und ein grandioser Refrain, der nur einen halben Takt neben "weitaus massenvertrglicher" liegt, lassen umgehend nach mehr lechzen.
"Healing Through War" geht dann zum ersten mal, fr Bandverhltnisse gewagtere Schritte. Ausschlielich stampfendes, Headbangerfutter, ohne melodischen Refrain und doch mit gengend Bombast.
"The Fool" haut umgehend in die Vollen, ist aber ebenfalls relativ zugnglich und wartet erneut mit einem coolen Refrain auf. "Cold As Perfection" ist ein rundum gelungenes Mini-Epos, "Mitra" zieht dir den Scheitel neu und "Paramour (Die Leidenschaft Bringt Leiden)" berrascht komplett: lediglich Operngesang und ein Klavier sorgen fr eine Erholungspause der unerwarteten Art.
"And The Vulture Beholds", "Gravity", "A Million Deaths" und "Syphilis" sind phnomenale Breitwandkino-Metalhits, die euch teilweise die Luft aus den Lungen pumpen werden, bis der Titelsong, ausschlielich von einem Klavier getragen, diese sensationelle, knappe Stunde ausklingen lsst.
Fantastisch!
   
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