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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

HORRENDOUS - Anareta
Band HORRENDOUS
Albumtitel Anareta
Label/Vertrieb Dark Descent Records / Soulfood
Homepage www.facebook.com/horrendousdeathmetal/
Verffentlichung 30.10.2015 (CD) / Dezember (Vinyl)
Laufzeit 44:16 Minuten
Autor Marc Fischer
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Drei Alben in vier Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Die amerikanischen Death Metaller HORRENDOUS haben Mitteilungsbedrfnis. Nach nur einem Jahr verffentlicht das Trio aus Philadelphia und Columbia mit "Anareta" bereits einen Nachfolger des Zweitwerks "Ecdysis", mit welchem der Band bereits ein ordentlicher Sprung nach vorne gelang.
Wohl auch um es in diesem kleinen Kreis zu halten, produzierte Bandkopf Damian Herring die Platte gleich selbst. Angenehmer Nebeneffekt: Es redet dir keiner in deine Ideen rein. Und so konnten die drei ehemaligen Studenten, die sich an der Uni kennenlernten, auch vollkommen ihre eigenen Gedanken ausleben und voran bringen. Das Ergebnis ist mit "Anareta" beraus beeindruckend. Was man aber vorher sagen muss, ist, dass die Scheibe eine Menge Vorlauf braucht. Es dauert eine ganze Weile, bis sie zndet. Ist das Feuer aber erstmal entfacht, zeigt das Album mehr Facetten als das letzte Osterfeuer bei Onkel Erwin.
Denn hat man die Nhe und den Zugang zur Platte gefunden, verbreitet der Rundling eine ganz eigene Stimmung. Mit einer Mischung aus progressivem Rock, Todesblei und Verspieltheit kommen hier sehr viele verschiedene Eindrcke und Elemente zusammen, die insgesamt einen tollen Charme versprhen. Schuld daran ist unter anderem auch die Stimme von Herring, die nicht einfach nur stumpf grunzt wie Tausende andere, sondern eher einem rchelnden Krchzen gleichkommt; es hat teilweise schon arg etwas von Chuck Schuldiner. So klingt das mal nach tiefstem Achtziger Kellergerumpel, dann wiederum sind das moderne und komplexe Ideen, die lediglich einen dsteren Anstrich haben. Vor allem die beiden lngeren Stcke "Ozymandias" und "Acolytes" schaffen es mhelos, zwischen diesen beiden Welten hin- und herzuspringen und tief in beide Bereiche einzutauchen. Daneben gibt es dann noch Nummern wie "Sum Of All Failures", die zwar nicht aus dem Rahmen fallen, jedoch direkt ein anderes Bild vermitteln. Ein akustischer Anfang und zwischendurch schon beinahe Klassik-Rock-Momente, ehe es auch hier zum Ende hin wieder rabiater wird.
Einen genaueren Blick verdient auch der Bass. Man hrt ihn eigentlich nicht oft und es dauert eine Weile, bis man alles mitbekommt, aber wie viel Spielfreude der Viersaiter von unten mitbringt, ist gar nicht mal unerheblich fr die Scheibe. Denn er baut nicht nur Druck von unten auf, um die Gitarre zu pushen, sondern haut auch ordentlich Melodien raus.
Alles viele Kleinigkeiten, die "Anareta" insgesamt zu einer hochinteressanten Verffentlichung machen. So haben HORRENDOUS mit ihrem dritten Longplayer die Hrde des berhmten dritten Albums nicht nur spielerisch gemeistert, sondern auch gezeigt, dass man sich fr hhere Weihen empfiehlt.
   
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