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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

NOCTE OBDUCTA - Nektar Teil 1: Zwölf Monde, eine Handvoll Träume
Band NOCTE OBDUCTA
Albumtitel Nektar Teil 1: Zwölf Monde, eine Handvoll Träume
Label/Vertrieb Supreme Chaos Records
Homepage www.nocte-obducta.de
Veröffentlichung 02.08.2004
Laufzeit 51:25 Minuten
Autor Andre Kreuz
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Wie der Zufall so will bin ich erst kürzlich über NOCTE OBDUCTA's 2002er und gleichzeit Abschiedsalbum von Nuclear Blast, "Galgendämmerung", gestolpert und war ob des eigensinnigen (Avantgarde) Black Metals der Deutschen sofort sehr angetan.
Nach dem letzjährigen bereits auf Supreme Chaos Records erschienenen Mini-Album "Stille (Das nagende Schweigen)" liegt nun das fünfte komplette Album "Nektar Teil 1" vor, das sich in seinen poetischen Texten in jedem der vier überlangen Tracks mit einer Jahreszeit beschäftigt, während das Album von einem gefühlvollen Instrumental-Intro eröffnet wird. "Frühling: Des schwarzen Flieders Wiegenlied" ist grob gesehen um einen mit hämmernden Drums und atmosphärischen Keys unterlegten Part gestrickt und wartet mit zahlreichen Breaks auf. Der nach ca. acht Minuten ist gar so lang und umkrempelnd, dass ich zuerst dachte, der nächste Track würde beginnen. Stattdessen geht es mit unheilvollen Synthies weiter, die von einer Buschtrommel-mäßigen Percussion-Einlage abgelöst werden, um anschließend mit klaren und dann wieder anständig verzerrten Gitarren bis über die 15 Minuten-Grenze schleppend vorzustoßen. "Sommer: In einem Mittsommernachtsschatten" beginnt langsam und mit akzentuierenden, sphärischen Keys. Nach vier Minuten zieht das Tempo deutlich an, um wenig später wiederum in einen fast progressiven Abschnitt abzubremsen. Nach einem erneuten Break und einem mit Drumschlägen durchsetzten Keyboard-Gitarren-Teil geht es den Bogen spannend wieder zurück zu dem flotten Einschub. Die nächste Jahreszeit, der "Herbst: Lenkte einsam meinen Schritt..." ist entsprechend das urtümlichste Stück der Scheibe, wird doch bis auf einen kurzen, hintergründigen Moment kein einziges Mal das Keyboard intoniert, sondern lupenreiner Black Metal geboten, der besonders eingangs durch die frostigen Gitarren etwas an SHINING erinnert. Abgeschlossen wird "Nektar Teil 1" durch "Winter: Dezembermond", das noch einmal fast die 15 Minuten erreicht und sehr melancholisch wieder mit der gesamten Bandbreite NOCTE OBDUCTA's aufwartet, während manche Momente Vergleiche mit SEIGMEN (RIP) aufkommen lassen könnten.
Der Musik angemessen beschränken sich die Vocals ebenfalls nicht auf eine Stilistik, sondern wechseln dem jeweiligen Song entsprechend ständig zwischen kehligen Screams, tiefen Growls und einer flüsternden Erzählstimme.
Man sieht also, dass es einem der Sechser wahrlich nicht einfach macht, dafür aber extreme Metal-Tonkunst fernab von ausgetretenen Pfaden bietet und man auf "Nektar Teil 2" gespannt sein darf, welches im Januar 2005 erscheinen wird. Der erste Teil jedenfalls ist kein Happen für zwischendurch und nur sehr bedingt zur Hintergrundbeschallung geeignet. Black Metal mit Hirn, für den man sich auf jeden Fall Zeit lassen sollte.
   
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