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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

SLAYER - Repentless
Band SLAYER
Albumtitel Repentless
Label/Vertrieb Nuclear Blast/Warner
Homepage www.slayer.net
Verffentlichung 11.09.2015
Laufzeit 41:58 Minuten
Autor Mario Loeb
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Nach dem die Bild-Zeitung titelte "Verleihung des hrtesten Musikpreises Deutschlands // Slayer waren der Metal-Hammer!" wurde es mir Schlagartig bewusst, welche Brde ich mit der Bewertung des neuen Slayer-Albums aufgebrummt bekommen habe. Denn ein gerechtes Urteil ber den 12-Longplayer zu fllen, ist gar nicht so einfach, whrend sich Slayer auf den Metal-Hammer-Awards feiern lieen und "Repentless" auf Platz 1 der Charts stand, wurden viele Stimmen laut, das es sich hierbei nicht um den erhofften Nackenbrecher der Thrash-Titanen handelt. Aber wo steht das Album denn jetzt, was hlt man in den Hnden, wenn man sich das Album kauft? Vor allem hlt man sicher eine solide Slayer-Platte in der Hand, soviel steht fest und manche Kritik ist meines Erachtens bertrieben und auch nicht fair. Auf der anderen Seite, ein Grund, sich feiern zu lassen, ist die Platte auch nicht, denn einige Kritikpunkte sind auch berechtigt und sollten auch nicht schn geredet werden. Denn bei aller Fairness muss man sich auch als Legende an seinen Alben messen lassen. Ein Kritikpunkt, den Slayer sich auch schon bei den letzten Alben gefallen lassen musste und den ich auch zu der Singleauskopplung wieder bei einem meinen Kollegen gelesen habe ist, dass Slayer verkrampft versucht, auf "Old School" zu machen. Ja und ich gebe ihm da Recht, bei diesem Album vielleicht auch noch ein wenig mehr als sonst. Denn durch den Tod von Grndungsmitglied Jeff Hanneman ist einfach eine tragende Sule weggefallen, die sich gerade beim Songwrtiting bemerkbar macht. King hat bewusst glaube ich versucht, seinen Kollegen gerecht zu werden und auch Jeffs Spirit wieder mit einflieen zulassen. Das Ganze ist ihm aber leider nur selten gelungen. Es fehlen die Killer-Melodien, der morbide Sound, der einem das fiese Lcheln ins Gesicht zaubert. Das kann King einfach nicht, war ja auch nie sein Job. Hrt euch Song Nummer 9 "Piano Wire" an, der letzte Song, der noch aus der Feder von Jeff stammt. Das Lied ist zwar jetzt auch nicht der beste Slayer-Song, den es jemals gab, aber es dient schn als Vergleich zu den anderen Stcken auf der neuen Scheibe und zeigt, was ich mit dem Spirit meine. Von diesem Standpunkt ist die Kritik also durchaus berechtigt, dass man Versucht hat, mit allen Mitteln an alte Zeiten anzuknpfen. Vielleicht wre es besser gewesen, echt einen Cut zu machen und die Chance zu nutzen, Slayer in eine neue ra zu fhren und zu berraschen. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, ich will nicht wissen wie die Fans reagiert htten, wenn Slayer pltzlich nicht mehr nach "Old-School-Slayer" geklungen htten. Ich sehe schon die Schlagzeilen, "Slayer tritt Hannemans Erbe mit Fen". Eine schwierige Situation, in der es sicher nicht einfach war, zu komponieren. Warum man allerdings nicht Gary Holt mit in das Stckeschreiben eingebunden hat, ist mir auch ein Rtsel, ist ja nicht so als htte der Mann nicht schon Erfahrung bei Exodus auf diesem Gebiet sammeln knnen. Allerdings wo es dann echt bizarr wird ist, wenn Slayer pltzlich gesagt bekommt, die Soli wren schlecht u.s.w. Aehmmm, also die Jungs haben auch auf der neuen Platte nicht das Gitarrespielen verlernt, das ist absoluter Nonsens, wer sowas schreibt, ist besoffen. Auch Tom Araya macht am Bass und gesanglich eine grundsolide Vorstellung und gibt den Liedern den Wiedererkennungswert, wie es Slayer aber auch braucht. Anders sieht es da schon bei Paul Bostaph aus, der zwar seinen Job als Drummer mehr als ordentlich macht, aber eben Dave Lombardo nicht ersetzen kann. Bei vielen Liedern vermisst man seine genialen bergange, seinen Groove. Dave war immer in der Lage, ein Slayer-Stck auf die nchste Stufe zu heben. Paul ist es nicht, im Gegenteil, oft habe ich den Eindruck, dass er sogar bei einigen Stcken die Lieder von der Geschwindigkeit ausbremst. Das ist dann wieder das Problem mit der Kritik, es klingt nach Slayer, ist aber eben auch wieder kein Slayer, fehlen doch zwei wichtige Grndungsmitglieder.

Fazit: "Repentless" ist ein solides Album, was sich aber durchaus Kritik stellen muss. Den Thrash-Titanen ist es nicht gelungen, Hanneman und Lombardo zu ersetzen und vor allem der Tod von Jeff wiegt schwer. Trotz alldem muss man aber Slayer auch in Schutz nehmen, denn andere Bands htten nach einem solchen Schicksalsschlag und einem Abgang eines der Besten seines Faches sicher nicht mit einem solch starken Album zurckkommen knnen. Die Wahrheit liegt hier absolut in der Mitte. Mr. King sollte Holt mit einbeziehen beim Songwriting, damit wieder mehr Kreativitt entstehen kann.
   
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