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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

HELDMASCHINE - Lügen
Band HELDMASCHINE
Albumtitel Lügen
Label/Vertrieb Mp Records/Soulfood
Homepage www.heldmaschine.de
Veröffentlichung 21.08.2015
Laufzeit 60:10 Minuten
Autor Jennifer Laux
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Endlich halte ich es in der Hand: das dritte Studioalbum der Koblenzer Heldmaschinisten nach "Weichen und Zunder" im Jahre 2011 und "Propaganda" 2014. Kaum ist die Scheibe im Player, dröhnen beim Opener "Collateral" donnernde und präzise Riffs durch die Boxen. Kurzum: geballte Energie und Härte von der ersten Sekunde an. So muss das sein! Wenn man sich bereits den letzten beiden Alben gewidmet hat, muss man gar nicht viele Songs hören, um festzustellen, dass sich die fünf Jungs prächtig weiterentwickelt haben und ihrer Eigenständigkeit nochmals einen Stempel aufgedrückt haben, was ihnen sehr gut steht. Auffällig, dass sich die Eingängigkeit und der Ohrwurmcharakter vieler Refrains aufgrund toller Melodieabfolgen wie ein roter Faden durch "Lügen" ziehen. Die elektronischen Elemente reihen sich nahezu perfekt ein und geben dem Soundgewand einen besonderen Schliff. Mehr als sechs Minuten treibt mich "Schwerelos" in andere Sphären und berührt mit ergreifender Melodie und nachdenklich stimmendem Text. Beachtlich und super umgesetzt die Dankeshymne an die Fangemeinde, eine super Idee. "Wir danken euch" unterstreicht noch einmal stark, wie HELDMASCHINE seine Fans ehrt und das diese dafür verantwortlich sind, dass sie da stehen, wo sie jetzt sind. Eine schöne Zusammenfassung netter Worte, die Fans und Band stärken. Als Singleauskopplung mit dazugehörigem Video diente schon "Wer Einmal Lügt". Die massive Härte des Titels mit Dubstep-Charakter gibt ein ordentliches Brett vor und wird gerade live sicherlich zünden und das Publikum aufheizen. Auf dem Silberling findet sich sogar zwei Stücke, bei denen UNZUCHT (Der Schulz und Daniel de Clerq) und der TANZWUT-Teufel mitwirkten: "Tränenblut". Ein schönes Stück, das sich für meinen Geschmack jedoch nicht groß durch Besonderheiten von den anderen abhebt. "Ein Traum" überzeugt im Duett als Ballade mit viel Kraft. Ein bisschen Pippi in den Augen hatte ich bei "Einmal Ist Keinmal". Drama pur, emotional an den Zuhörer gebracht. Mit dem "Roboter" hat das "Lügen" nach zwölf Tracks dann ein Ende. Bevor ich zu den Schlussworten komme, gilt es noch René, dem Bandoberhaupt, ein Lob auszusprechen. Er versteht es, mit seiner Stimme zu spielen. Ob Sprechgesang, leise oder laut, hart oder sanft, aggressiv oder einfühlsam - er bekommt es irgendwie immer umgesetzt, dazu überzeugend.
Ach ja, Texte schreiben, die dazu auch noch tiefgründig sind und Sinn ergeben, konnte er auch schon immer. Habe zum Teil im Booklet auch noch einmal nachgelesen.
Fünf Musiker, die eine Formation geschaffen haben, die gute Musik, spielerisches Können, Freude und Fan Nähe und einen Hut bringen. Eine Lüge? Nein - die Wahrheit - nichts als die Wahrheit und die kann in diesem Falle auch ohne Sonnenschutzfaktor ans Licht kommen. Ich würde mal sagen: WEITER!
   
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