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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

SOULFLY - Archangel
Band SOULFLY
Albumtitel Archangel
Label/Vertrieb Nuclear Blast / Warner
Homepage www.soulfly.com
Verffentlichung 28.08.2015
Laufzeit 35:20 Minuten
Autor Christian Schfer
Bewertung 14 von 15 Punkten
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Kein Geheimnis ist, dass Max Cavalera, der kreative Kopf hinter SOULFLY ein glubiger Mensch ist. Und sein Glaube an Gott ist auf "Archangel", SOULFLYs zehntem Studioalbum, erstmalig und konsequent Gegenstand seiner Musik. Das beginnt beim Albumcover, dass den Erzengel Gabriel zeigt, der die Snder in die Hlle stt, und zieht sich durch diverse Songs, die biblische Themen zum Inhalt haben. Los geht der Spa dann mit dem Hochgeschwindigkeitsschreddersong "We Sold Our Souls To Metal". Auch wenn der Titel nach albernem 1980er-Haarmetal klingt: der Song selbst klingt, als knne man das mit mit dem Verkauf der Seele glauben. Jedenfalls am Anfang. Dann kommen ein Bass-Zwischenspiel, ein Break, das Tempo wird halbiert, und pltzlich ist man im Titelsong "Archangel"- wow, SOULFLY nehmen beim Songwriting den Fu vom Gas und legen Wert auf Groove. Nachdem bei den Alben "Conquer" (2008), "Omen" (2010) und "Enslaved" (2012) konsequent der Presslufthammer bei SOULFLY das Programm vorgab, schlgt hier seit "Savages" (2013) wieder -stellenweise, aber immerhin- die Abrissbirne zu. Variabler und spannender kommen die vier auf ihrem neuen Album und trotz erheblicher NuMetal-Einflsse (z.B. bei "Ishtar Rising", einer Hymne auf die arkadische Gttin von Fruchtbarkeit und Sexualitt. Supergeile Nummer!) viel wuchtiger um die Ecke als auf ihren letzten Platten. Gut so!
Max Cavalera schreckt auch diesmal nicht vor unkonventionellen Mitteln zurck, so z.B. bei "Bethlehem's Blood", bei dem nach einem chromatischen Black Metal-Intro die Posaunen von Jericho ertnen, bevor sich das Ganze zu einen herrlichen Midtempo-Groover mit Blasmusik mausert- ungewhnlich, aber ganz, ganz stark. Auch das folgende "Titans", ein ultraschwerer Nackenbrecher, bei dem ich mir einbilde, Keyborads durchzuhren, bleibt mir trotz gregorianisch anmutendem Hintergrundgesang der Schnabel offen vor so viel echter, nicht auf Geschwindigkeit basierender Hrte. Ganz besondere Erwhnung verdient an dieser Stelle Gitarrist Marc Rizzo, der 2003 von ILL NINO kommend, neben Jazz und Flamenco eben auch ein unglaublicher Leadgitarrist ist. Bitte mal drauf achten, wie wundervoll akzentuiert und gleichzeitig druckvoll der man agiert!
Dunkel und bse wie immer, gleichzeitig aber endlich mal wieder spannend, vllig unvorhersehbar und einfach super dynamisch: so stark waren SOULFLY seit zehn Jahren ("Prophecy", 2004) nicht mehr. Ich freu' mich riesig, dass die Jungs wieder die Kurve in Richtung der SOULFLY genommen haben, als die ich sie vor 20 Jahren kennen und lieben gelernt habe. Alle Daumen ganz weit hoch!
   
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