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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

STEELPREACHER - Devilution
Band STEELPREACHER
Albumtitel Devilution
Label/Vertrieb Eigenproduktion
Homepage www.steelpreacher.de/
Verffentlichung 07.08.2015
Laufzeit 39:00 Minuten
Autor Mario Loeb
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Seid ihr bereit fr eine Hochgeschwindigkeitsfahrt erster Gte? Dann solltet Ihr Euch dringend das neue Album von Steelpreacher besorgen. Ich habe ja mit einer guten Scheibe gerechnet, aber aus dem fnften Streich der Koblenzer, der auf den Namen "Devilution" hrt, ist eine krachende Achterbahnfahrt mit echt steilen Loopings geworden. Vier Jahre sind zwischen dem neuen Silberling und seinem Vorgnger "Hellraiser" vergangen.
Das hat Devilution aber wirklich gut getan, denn man merkt dem elf Stcke starken Album an, das es wirklich ausgereift ist. Der Sound ist richtig gut geworden und kracht schn differenziert aus den Boxen, sodass es an der Produktion wirklich nichts auszusetzen gibt. Steelpreacher spielen einen feinen oldschool Heavy Metal mit starken Rock'n'Roll Einflssen, der zwar einfach und eingngig gehalten ist, aber immer wieder durch schne kleine Spielereien auf sich aufmerksam machen kann und niemals langweilt. Gestartet wird die Rollercoasterfahrt mit dem Titel "Devilution" der schon fast ein wenig Speed Metal angehaucht ist und nimmt damit schon schnell Fahrt auf. Genau zur Hlfte des Liedes bekommt man dann einen der vielen tollen Gitarrensoli vom Gitarristen und Snger "Preacher" um die Ohren gehauen. Auch die Auflsung des Liedes mit dem klaren Hintergrundgesang bleibt sofort in den Gehrgngen haften und lsst schon hier vermuten, dass die LP wohl zur Zeit der Hhepunkt ihres Schaffens ist. Weiter geht es dann mit "We don't get drunk (we just get awesome)", das mehr am klassischen Rock'n'Roll orientiert ist und mit seinem gelungenen Riff die Fahrt weiter anfacht. "Der Titel wird auch live ein Kracher werden, denn er schreit danach mit gegrlt zu werden, obwohl ich beim zweiten Mal hren zwischendurch gedacht habe, dass es vielleicht ein Ticken krzer htte sein knnen. "Rock'n'Roll Children" gesellt sich als drittes Lied zur Platte und knnte aus den tiefen 80ern stammen. Der Song hat mir im Gesamtbild der CD nicht ganz so gut gefallen, was aber in diesem Falle auch meinem Geschmack geschuldet ist. Bei "Too Old For Dying Young" macht man es dann wieder wesentlich besser und eingngiger. Hier wir einem ein sehr cooles Riff geboten, was durch den treibenden Bass einfach nur groovt und sehr schn den oldschool Heavy Metal hochleben lsst, ohne dabei angestaubt zu klingen. Eine berraschung halten Steelpreacher dann in der Mitte des Albums mit den mexikanisch angehauchten Stck "El pollo diablo" bereit. Das Lied schreit nach Sonne und einem Desperados. Besonders der "Flamenco"-Zwischenteil mit Kastagnetten ist sehr erfrischend und lockert das gesamte Klangbild wunderbar auf. Mit "Rock 'n Roll on My Mind" wird es dann wieder klassisch und das ist dann auch mein persnliches Highlight der Platte. Hier mchte ich mal ein Sonderlob an Drummer Hendrik Beerkiller aussprechen, es ist zwar "nur" Rock'n'Roll, aber das muss man erst mal so zum grooven bringen, und der Biervernichter macht genau das. Was der Mann da so an Trommelwirbeln auf die Snare zaubert, macht richtig Spa. Es ist nicht mal superaufwendig, aber gerade bei solchen Sachen braucht man eben auch das Gefhl zu wissen, wo und wie man die Breaks und bergnge setzt, das ist in diesem Fall nmlich die eigentliche Schwierigkeit. Die Snare ist zustzlich auch richtig gut abgemischt. Mit "The Wild Hunt", dessen Chorus auch sicher mit gereckten Fusten vom Publikum auf zuknftigen Konzerten gegrlt werden wird, wird es dann etwas Power Metal-lastiger.
Allmhlich geht es dann mit den Stcken "The Wild Hunt" und "Seasons Of The Witch" zu Ende. "Seasons Of the Witch" ist noch einmal sehr episch und hat mir vom Arrangement und Spannungsbogen her, gut gefallen und das Ganze in seiner Lnge von 6 Minuten. Den Rausschmeier macht dann "Atlantean Dawn (Ballad Version)", welches von dem Vorgnger "Hellraiser" stammt. Das Lied ist zwar echt gut gemacht, aber irgendwie gefllt mir die Balladen Version nicht so gut und erinnert mich ein wenig an Manowar, auf die ich bekannter weise gar nicht mehr klar komme. Auch hier ist das selbstverstndlich Geschmackssache.

Fazit: Steelpreacher haben eine tolle neue Scheibe raus gehauen, die vor allem als Eigenproduktion die Messlatte hoch hngt und damit auch eine hohe Punktzahl verdient hat. Freunde des oldschool Heavy Metal sollten hier dringend antesten. Die einzige Frage, die ich mir zwischen durch gestellt habe ist, ob man es zu dritt schaffen wird, die Songs auch live so hinzubekommen oder ob man hier deutliche Abstriche machen muss. Ich werde mich gerne bei einer der nchsten Liveshows selber davon berzeugen und gerne auch davon berichten.
   
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