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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

TURBOCHARGED - Militant
Band TURBOCHARGED
Albumtitel Militant
Label/Vertrieb GFY Productions
Homepage www.facebook.com/turbochargedswe
Verffentlichung 09.07.15
Laufzeit 39:20 Minuten
Autor Marc Fischer
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Bei Namen wie Ronnie Ripper, Freddie Fister und Old Nick kann man schon mal hellhrig werden. Erstens verbirgt sich hinter Ronnie Ripper kein geringerer als Ronnie Olson, der u. a. bei Gehennah und Vomitory bereits jahrelang in Diensten stand. Zweitens zeigen die Namen, das man sich offensichtlich nicht ganz so ernst nimmt, und irgendwie erscheint es mir in den letzten Monaten und Jahren, als sei diese Eigenschaft einer groen Anzahl von Musikern ein wenig abhanden gekommen, wenn man sich teilweise anschaut, wie verbissen um Ansehen und Verkaufszahlen gerungen wird.
TURBOCHARGED kann man derlei Allren jedoch kaum andichten, liest sich deren Biografie doch wie ein kompletter Gegenentwurf solcher Geschftpraktiken. Bereits 2000 gegrndet, dauerte es aufgrund verschiedener Umstnde ganze acht Jahre, bis eine vorzeigbare Demo hergestellt wurde. Zwar gab es schon ltere Versuche, die aber allesamt nicht das Licht der Welt erblicken sollten. Seit jener Demo gab es aber so ziemlich jedes Jahr eine Verffentlichung, sodass Ripper und Konsorten mit "Militant" die inzwischen fnfte LP auf den Markt schmeien. Der Schluss, aufgrund der ehemaligen Kapellen von Ripper, es hier mit einem weiteren gesichtslosen Todesblei-Verschnitt zu tun zu haben, liegt nahe. So einfach ist die Sache bei TURBOCHARGED aber dann doch nicht. "Militant" ist so etwas wie eine perfekte Symbiose aus Punk und Death Metal. Die Art und Weise, mit der die xte bearbeitet, die Texte runtergerotzt und die Rhythmen vorangetrieben werden, ist feinste Mittelfinger-Attitde. Hier gibt es keinerlei Anbiedern in irgendeine Ecke des Segments, sondern einfach frei heraus und ohne Kompromisse auf die Schnauze, wie der Opener "Dark Era" und die folgenden drei bis vier Songs zeigen. Wie das aber mit dem Punk so ist, nutzt er sich mit zunehmender Dauer auch immer etwas ab. Davor ist dann leider auch "Militant" nicht gefeit, denn nach hinten heraus lsst die Abwechslung dann doch ein Stck weit zu wnschen brig. Es sind vor allem die grundstzlich hnlichen Uptempo-Varianten der Schiebude, die ber die Dauer ein wenig ermden.
Blendet man diesen Aspekt aber aus, ist "Militant" ein absolut netter Zeitvertreib, der nicht darauf aus ist, einen weiteren hochglanzpolierten Klon im Death Metal darzustellen. Live muss das groen Spa machen, mit 5,8 At auf dem Kessel zu Hits wie "Demonization" oder "Battered And Crucified" die Sau rauszulassen. Insofern sollte die Platte auch festivaltauglich sein und wird sicher fr das ein oder andere Gartenfest die Stimmung heben.
   
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