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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

HACKNEYED - Inhabitants Of Carcosa
Band HACKNEYED
Albumtitel Inhabitants Of Carcosa
Label/Vertrieb Coma Tone Records / Soulfood
Homepage www.hackneyed.de
Alternative URL www.facebook.com/hackneyed
Verffentlichung 15.05.2015
Laufzeit 45:22 Minuten
Autor Axel Fichtmller
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Still war es geworden um meine Lieblingsband der Jahre 2008 bis 2010. "Carnival Cadavre" lie mich zuletzt eher enttuscht zurck, es folgten ausgiebige Touren und dann eine kreative Pause. Nun tut sich wieder etwas. Die Abtsgmnder Kinder sind gro geworden, Snger Philip oben mit dezent weniger Haaren unterwegs und die Marketing-Walze rund um "Inhabitants Of Carcosa" rollt.
HACKNEYED haben sich nach ihrer Entdeckung durch Achim Ostertag als starke Marke im Death Metal etabliert und seit dem "Death Prevails"-Debt ihren eigenen, modernen Stil konsequent weiterverfolgt. Darin festhaltend, wird sich jeder HACKNEYED-Affinado auch beim neuen Output sofort Zuhause fhlen. Alle zehn Titel klingen, als htte es die vierjhrige Pause seit "Carnival Cadavre" und den kleinen Besetzungswechsel an Gitarre und Bass nie gegeben. Auch die regelmig eingestreuten, atmosphrischen Samples sowie das zusammenhngende Gesamtkonzept sind patentierte HACKNEYED-Kost. Alles beim Alten. Schon fast ein wenig "Burn After Reaping" 2.0 - wie bse Zungen behaupten knnten.
Tatschlich hrt sich "Inhabitants Of Carcosa" schlicht verdammt gut weg. Der Einstieg mit "Flaw Of Flesh" mit seinem Decapitated-esquen Intro versetzt sofort in Stimmung, bringt das Groove-lastige Songwriting der Band in den Vordergrund und frdert gleich das erste markante Riff zutage. HACKNEYED haben ein Hndchen fr eingngige Songs. Gleichzeitig reichert das Quintett ihre Musik mit vielen Details an: Zweistimmige, angezerrte Gitarrenleads hier, ein paar nette Highlights an den Becken dort (Behemoths "Inferno" lsst gren). Es gibt einfach viel auf die Ohren, ohne zu berfordern. Brachialitt mit dem Skalpell. Dafr zeichnet erneut vorrangig Tim mit seinen sportlichen Drumfiguren verantwortlich, wenn dieser - wie beispielsweise bei "Ashfall" - Vollgas gibt, dann in einen groovigen Blastbeat-Part verfllt und zwischendurch immer mal abgestoppt die Pedale der Kick drum maltrtiert.
Punkto Drums: Da wird nicht nur "Burn After Reaping"-Romantikern wie mir auffallen, dass die Produktion den Hochgeschwindigkeitspassagen uerst gut tut. Wo bei einem Song wie "Putrid" von 2009 der trockene Triggersound mit der Tr in die Gehrgnge fiel, klingen die Drums anno 2015 wesentlich organischer, wenngleich auch "Inhabitants Of Carcosa" nicht ohne Trigger auskommt. Trotzdem ist der Gesamtsound - zusammengefeilt von Nikita Kamprad (Der Weg einer Freiheit), Staffan Karlsson (u.a. Arch Enemy) sowie Master-Master Dn Swan - einer modernen Death Metal-Verffentlichung entsprechend. Druckvoll und ausgeglichen.
Wie zuvor gesagt: "Inhabitants Of Carcosa" luft rund wie ein Schweizer Uhrwerk. Selbst nach dem dritten und vierten Mal, wenn sich dann auch die Dramaturgie der Platte weiter auftut, kommen noch kleine Aha-Momente auf und die teils filmartige Atmosphre wirkt in Kombination mit der allgemeinen Brachialitt ebenso vereinnahmend - ob nun in Form der Piano-Passagen bei "The Tightrope" und "Years in the Dark" oder das markante Shout-Mantra im letzten Drittel von "Re-Animator".
Punkto Gesang: Der ist ebenso altbewhrt. Philips Growls liegen im Vergleich zu den Gitarren etwas dezenter im Hintergrund und verbleiben vorrangig tief - von vereinzelten Shouts, Screams und sogar einer selten gewordenen Pig Squeal-Einlage - da scheint "Death Prevails" auf einmal noch lnger in der Vergangenheit zu liegen. Netter Fanservice. Dennoch kann mich HACKNEYED gesanglich mittlerweile nicht mehr begeistern - da fehlt es mir einfach an dem ntigen Druck.
Und es geht schon wieder los...bald wird man um den Namen HACKNEYED nicht mehr herumkommen. Dafr wird das Management sorgen. Mehrseitige Berichte, Merch-Anzeigen und Konzert- sowie Festivalauftritte. Von meiner Seite sei es den Jungs gegnnt, denn "Inhabitants Of Carcosa" ist ein starkes Death Metal-Album geworden, das nicht nur Fans der Band interessiert aufhorchen lassen wird. Feine Sache. Weitermachen.
   
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