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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

CODE - mut
Band CODE
Albumtitel mut
Label/Vertrieb Agonia Records / Soulfood
Homepage www.facebook.com/codeblackmetal
Verffentlichung 27.02.2015
Laufzeit 35:46 Minuten
Autor Marc Fischer
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Es braucht schon einiges an Fantasie, sich eine Black Metal Band vorzustellen, die pltzlich Kuschelrock macht. Die englisch-skandinavischen CODE haben diese Vorstellung einfach mal in die Realitt transportiert und mit ihrem vierten Album "mut" genau das gemacht. Zwar ging der Vorgnger "Augur Nox" auch schon weit in die Postrock-Ecke, die schwarzen Wurzeln waren aber doch jederzeit erkennbar. "mut" hingegen hat rein gar nichts mehr damit zu tun. Postrock ja, Schwarzmetall Fehlanzeige.
Letztlich ist das aber gar nicht ausschlaggebend, denn die neue Verffentlichung zeigt auch ohne den Hintergrund, dass hier sehr fhige Musiker am Start sind. Mit viel Zurckhaltung und vollkommen unaufgeregt wird eine tieftraurige Melodie nach der anderen losgelassen, die spieltechnisch von groer Kreativitt zeugen und berhren. Da ist zuallererst der sehr gefhlvolle und emotionale Gesang von Frontmann Wacian, der auch schon auf dem Vorgnger erstmals zu hren war. Begleitet wird diese hin und wieder auch zerbrechlich wirkende Stimme von ebenso gefhlvollen Saiteninstrumenten, die hervorragend aufeinander abgestimmt sind und immer wieder famose Klanggebilde von der Leine lassen. Grtenteils geschieht das zudem alles ohne verzerrte Riffs und viel Tempo. Dafr gesellen sich in den Songs hin und wieder kleinere Streichelemente dazu, die noch zustzlich Tiefe schaffen. Geht es dann doch mal kurzzeitig etwas rauer zu wie im Stck "Affliction", konterkariert das jedoch nicht gleich die gesamte Geschichte, sondern ist mit soviel Sensibilitt in die Masche eingewebt, dass es wie die Faust auf das berhmte Auge passt. Dafr sorgt nicht zuletzt auch die melancholische Grundhaltung der Musik. In den sehr ruhigen Momenten weckt das Gedanken an die schottischen Kollegen von Mogwai, dynamischere Songs wie "Cocoon" oder "Numb, An Author" stehen vollkommen fr sich und knnen eigentlich mit nichts verglichen werden. Bis auf Opeth kenne ich auch keine andere Band, die so dstere und traurige Musik macht, ohne die Keule auspacken zu mssen.
Vielleicht ist aber genau das die nchste Stufe zu einem gewissen Avantgarde Rock, der wirklich von sich behaupten kann, auch Avantgarde zu sein. Spielerisch Instrumente so wie Stimmungen zu beherrschen und den Zuhrer mit auf eine emotionale Reise nehmen zu knnen, ohne dabei nach Aufmerksamkeit zu heischen, sondern die Musik fr sich sprechen zu lassen. CODE schaffen mit "mut" genau das und das macht das Album auch so besonders.
   
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