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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

ARSTIDIR LIFSINS - Aldaf?ðr ok munka dróttinn
Band ARSTIDIR LIFSINS
Albumtitel Aldaf?ðr ok munka dróttinn
Label/Vertrieb Ván Records / Soulfood
Homepage www.arstidirlifsins.net/
Alternative URL https://www.facebook.com/arstidirlifsins
Veröffentlichung 06.03.2015
Laufzeit 81:08 Minuten
Autor Marc Fischer
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Kino für die Ohren! Mit ihrem dritten Album namens "Aldaf?ðr ok munka dróttinn" ist dem deutsch-isländischen Projekt ARSTIDIR LIFSINS ein beeindruckendes wie hochklassiges Konzeptalbum gelungen, welches von Folk bis Black Metal über Viking, Pagan und Ambient so ziemlich alles abdeckt, was der große, kalte Norden bietet. Veröffentlicht wurde es bereits im Dezember letzten Jahres, wird aber nun für eine Vinyl-Neuauflage erneut beworben.
Hinter dem Projekt stecken der Isländer Árni Bergur Zoëga, der unter anderem bei Carpe Noctem den Bass schwingt, sowie Marcel Dreckmann, auch bekannt als "Skald Draugir" in der Band Helrunar, und Stefán, ebenfalls Helrunar und Mitglied der Schleswig-Holsteiner Kerbenok. Neben dem Trio gibt es noch weitere Mitgestalter, die der mittelalterlichen Geschichte, die ausschließlich in Alt-isländisch dargeboten wird, zu ihrem Glanz verhelfen. Dies sind solche Momente, wo man es bedauert, kein Alt-isländisch zu verstehen, denn mit den vielen gesprochenen und gleichzeitig atmosphärischen Passagen ist das sicher eine ganz tolle Geschichte, von der man nur leider kein einziges Wort versteht, wenn man nicht gerade den nächsten Volkshochschulenkurs für Alt-isländisch belegt hat. Aber auch so funktioniert die Scheibe, die übersetzt soviel bedeutet wie "Allvater und der Mönche Herr", streckenweise sehr gut. Musikalisch ist bei der Fülle der Instrumente einerseits - neben Drums, Gitarre und Bass gibt es noch Streicher, Keyboards und weitere Instrumente - nichts auszusetzen, andererseits bieten die vielen Chöre sowie die Bandbreite der beiden Sänger Stefán und Marsél viele Facetten, die trotz der langen Spielzeit von über 80 Minuten niemals Fadheit aufkommen lassen. Dass die Stücke selbst nichts mit einem normalen Strophe-Refrain-Rhythmus zu tun haben, dürfte bei Liedern, die locker die 10-Minuten-Grenze überqueren, nur wenig überraschen.
So ist aber "Aldaf?ðr ok munka dróttinn" eben auch nichts, was man mal so nebenbei laufen lässt.
Für Liebhaber von Konzeptalben der nordischen Mythologie haben ARSTIDIR LIFSINS aber ein Kunstwerk geschaffen, was sich als Doppel-LP im Schrank sehr gut machen würde.
   
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