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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

SOLEFALD - World Metal. Kosmopolis Sud
Band SOLEFALD
Albumtitel World Metal. Kosmopolis Sud
Label/Vertrieb Indie Recordings / Soulfood
Homepage www.facebook.com/solefald
Verffentlichung 06.02.2015
Laufzeit 50:15 Minuten
Autor Axel Fichtmller
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Wenige Monate nach Erscheinen der EP "Norrnasongen. Kosmopolis Nord" drngen sich die norwegischen (Black) Metal-Avantgardisten Cornelius Jakhelln und Lazare Nedland von SOLEFALD in die Metalwelt zurck - nur um zu demonstrieren, wie weit weg sie sich von diesem vermeintlich klar definierbaren Genre hinwegbewegt haben. "World Metal. Kosmopolis Sud", das achte Langeisen des provokativen Kreativ-Duos, ist eine Grenzerfahrung. Auf 50 Minuten Spielzeit schreiten die Norweger einen besonders breiten Pfad entlang, jedoch nicht ohne rechts und links des Weges alle mglichen und unmglichen Stile abzugrasen.
Objektiv betrachtet ist "Kosmopolis Sud" eher als experimentelle Gitarrenmusik mit eindeutigen Metal-Einflssen zu verstehen. Angelehnt an ihr stilprgendes Debut "The Linear Scaffold" finden sich Anno 2015 vereinzelt Black Metal-typische Gitarrenleads, Blast Beats sowie Jakhellns eigentmliche Screams und Growls wieder. Aber diese eher selbstreferenziellen Elemente sind nur das Beiwerk rund um ein Konglomerat von Ideen, die aus dem Genre fallen. Konkret: Die teils auffllig provokativ eingesetzten Elektronik-parts, deren Anmutung zwischen Scooter und Jean Michel Jarre wechselt. Dazwischen Congas und Kalimba, die "Kosmopolis Sud" dann wieder sehr exotisch klingen lassen - nach Weltmusik eben.
Nicht zuletzt prgt aber der variable Gesang von Jakhelln und Nedland weite Strecken des Albums - einfach auch aus dem Grund, weil die Songtexte in englischer, norwegischer und franzsischer Sprache sowie eingestreuten Schlagworten auf Deutsch regelrecht zelebriert werden. Mal schreiend und brabbelnd ( la Bububu Bad Beuys) oder appellierend, mehrstimmig und eindringlich. Fans von SOLEFALD werden daher wohl auch das ebenfalls hochgradig experimentelle Nebenprojekt "Sturmgeist" von Jakhelln kennen und dessen vllige Zgellosigkeit ebenso auf "Kosmopolis Sud" wiedererkennen. Nichtsdestotrotz sprechen wir hier nicht von einem ziellosen Songwriting zugunsten provokativer Effekthascherei. Hier sind zwei erfahrene Musiker (untersttzt von Kollegen aus dem Umfeld von In Vain, Borknagar und ICS Vortex) mit einer musikalischen Vision am Werk, deren Konzept bewusst mit Genregrenzen bricht.
Fazit: SOLEFALDs "World Metal. Kosmopolis Sud" richtet sich an ein Publikum mit einem breiten musikalischen Horizont und wird gewiss auch toleranten Metalheads nicht bedingungslos zusagen. Eine Bewertung kann daher ganz individuell von "WTF haben die geraucht?! - dit is ja 'ne Vollkatastrophe!" bis hin zu "Groartig. Einzigartig. Revolutionr!" reichen. Mein Eindruck ist durchweg positiv und lsst sich symbolisch am besten mit dem Namen des Titelsongs zusammenfassen: World Music with Black Edges. Musik die nicht versucht gefllig zu sein - bitte gern mehr davon.
   
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