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17. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

LED ZEPPELIN - Houses Of The Holy (Re-Release)
Band LED ZEPPELIN
Albumtitel Houses Of The Holy (Re-Release)
Label/Vertrieb Atlantic Records/ Warner Music
Homepage www.ledzeppelin.com
Verffentlichung 24.10.2014
Laufzeit 41:01 & 36:15 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 12 von 15 Punkten
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LED ZEPPELIN standen nach dem gigantischen Erfolg des Stckes "Stairway To Heaven" und dem dazugehrigen Album "IV" unter Zugzwang. Wie schon beim Vorgnger, erschien im Mrz 1973 die fnfte Scheibe der in wenigen Jahren zur Rockinstitution gereiften britischen Superstars. "Houses Of The Holy" wartet, wie schon der Vorgnger, mit acht Songs auf und zeigt erneut eine neue Seite der Band. Einerseits zitieren sich die Musiker selbst, indem vereinzelte Riff-Bruchstcke frherer Werke wiederverwendet werden, auf der anderen Seite ragt der Sound noch weiter in fremde Sparten hinein, als bisher.
So gibt es mit "The Crunge" eine waschechte Funk-Nummer und in den vorangegangenen "The Rain Song", sowie "Over The Hills And Far Away", bewegt man sich zunchst in folkigen Gefilden, um spter mehrfach zum Bluesrock zurckzukehren. Aber auch schon das erffnende "The Song Remains The Same" bietet Neues. So wildert das Quartett im Prog-Rock und prsentiert einen extrem hohen Gesang von Robert Plant. Man knnte fast meinen, die genialen Kanadier RUSH haben einiges von ihrem melodischen, aber anspruchsvollen Stil aus dem ZEPPELIN-Klassiker gezogen. Dster und einprgsam kommt das verstrende "Dancing Days" daher. Das prgnante Riff bohrt sich mit aller Kraft in die Gehrgnge und bleibt bis heute ziemlich intensiv. Etwas hnliches habe bisher nur noch bei PEARL JAM ("Do The Evolution") gehrt. Ein weiteres interessantes Experiment gibt es mit "D'yer Mak'er", welches 50er-Jahre Rock 'n Roll mit Reggae verbindet und einfach nur Spa macht. Bevor ZEPPELIN sich mit "The Ocean" wieder etwas auf ihre Bluesrock-Wurzeln besinnen, nimmt einen das psychedelische "No Quarter" auf eine hypnotisierende Reise mit. Hier wirken besonders die Knste des John Paul Jones, denn neben der starken Bassarbeit berzeugen auch seine vielseitigen Einstze an Keyboard und Orgel. Generell muss man sagen, dass die Rhythmusfraktion auf "Houses Of The Holy" mehr Raum fr Experimente zur Verfgung hat, als auf den frheren Werken.
Letztendlich ist Album Nummer 5 ein kleiner Geniestreich geworden, denn nach "Stairway To Heaven" konnte die Band das Mainstreampublikum eigentlich nur entuschen. Die Tatsache, dass LED ZEPPELIN ihr musikalische Spektrum erneut erweitern und sogar berdurchschnittlich viel Neues ausprobieren, lenkt von den Erwartungen der breiten Masse ab. Sicherlich gibt es reichlich poppige Momente, aber unterm Strich fhlt sich die Musik nie berechnend an. Seit "III" hat man auf jeden Fall einiges dazugelernt. "Houses Of The Holy" trifft sicherlich nicht jeden Geschmack, dafr ist die Scheibe einfach zu schrg, aber rckblickend ist sie die letzte richtig gute Scheibe der Rock-Legende.
Wie gewohnt, bekommt der Kufer auch zu dieser Wiederverffentlichung eine Bonus-CD mit 7 alternativen Versionen, die entdeckt werden wollen. Fans greifen sowieso zu, aber auch Interessierte sollten sich mit dem vielleicht vielseitigsten Werk der Briten beschftigen, denn es hlt so manche positive berraschung parat.
   
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