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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

HÄMATOM - X
Band HÄMATOM
Albumtitel X
Label/Vertrieb Rookies&Kings/SPV
Homepage www.haematom.de
Veröffentlichung 17.10.2014
Laufzeit 78:30 Minuten
Autor Mario Loeb
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Aha, es geht doch! Habe ich nicht noch vor ein paar Tagen die mangelnde Aggression einer Band aus der NDH Szene kritisiert? Wie man es besser macht, beweist Hämatom mit ihrem 5. Album "X". Zum 10jährigen Jubiläum hat man sich dabei nicht lumpen lassen und eine Doppel-CD, die es auch in einer auf 1.500 Stück limitierten Metallbox gibt, rausgehauen. Die beiden CDs starten dabei
jeweils mit einem brandneuen Song. Ansonsten beinhaltet CD 1 Cover von bekannten Hits deutscher Interpreten, was leider nicht immer ganz gelungen ist. Wobei ich gestehen muss, dass ich nicht alle Originale kannte, da ich seit Jahren vermeide Radio zu hören, wo es nur geht. Den Beweis dafür liefern Hämatom dann auch gleich mit ihrem Cover von Unheiligs "Geboren um zu leben", das als Cover genau so schlimm ist, wie das Original. Auch die bestimmt witzig gemeinte Version von "Oh Jonny" von Jan Delay kommt gar nicht bei mir an. Genauso wenig wie Jan Delay, den ich wirklich musikalisch schätze, bitte nie wieder Rock oder Metal Songs machen sollte, sollte eine Metal Band die Finger von Jan Delay Covern lassen. Die besondere Stimme von Jan kann man nicht kopieren und ohne sie wirkt es nicht. Besser machen sie es dann zum Beispiel bei den Covern "Schwarz zu Blau" von Peter Fox oder Deichkinds "Remmidemmi", die mir echt Spaß machen. Allgemein sind es mir vielleicht auch die ein oder andere Cover Version zu viel, auch wenn das vermutlich marktstrategisch genau der Plan war. Vor allem ist es mir zu viel, weil die eigenen Stücke definitiv genug Potenzial haben um zu überzeugen und Spass zu machen, was die Jungs mit den neuen Songs "Teufelsweib", dem Opener der CD 1 und "Leichen Pflastern Unseren Weg", dem ersten Lied auf der zweiten CD mehr als überzeugend beweisen. Die Lieder gehen gut ab und bleiben sofort hängen. Mit der nötigen Härte ohne es dabei an den passenden melodischen Riffs und Refrains vermissen zulassen, treiben die Riffs durch die Boxen. Auf der 2. CD findet man dann neu eingespieltes, altes Material. Stücke wie "Alte Liebe Rostet Nicht" oder "Leck mich" vom Debut Album Wut haben einen neuen Soundanstrich erhalten, der die alten Songs in einem tollen, neuen Kleid präsentieren. Mit "Totgesagt doch neugeboren - Teil 3" gibt es zum Abschluss eine umarrangierte, sentimentale Piano Version des Songs.

Fazit: Für Fans sicher eine Bereicherung und ein Pflichtkauf. Ich persönlich kann nicht mit allen Covern etwas anfangen, weil mir die Originale schon nicht gefallen. Die zwei neuen Songs machen dafür aber definitiv Lust auf neues, eigenes Material. Die Songs sind handwerklich gut gemacht und die Platte ist gut produziert. Deshalb können und sollten auch Freunde der Neuen Deutschen Härte oder des deutschen Thrash Metal, die sich bis jetzt nicht an Hämatom versucht haben, mal reinhören, ob es ihnen gefällt.
   
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