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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

IMMORIOR - Herbstmär
Band IMMORIOR
Albumtitel Herbstmär
Label/Vertrieb Narbentage / Black Blood
Homepage www.facebook.com/immorior
Veröffentlichung 09.10.2014
Laufzeit 66:31 Minuten
Autor Axel Fichtmüller
Bewertung 9 von 15 Punkten
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Metal aus dem Saarland - ein Bundesland das mir diesbezüglich bis dato noch nicht aufgefallen ist. Das ändert sich nun mit dem Debut von IMMORIOR, welches - vielleicht etwas zu früh - den diesjährigen Herbst mit atmosphärischer Schwarzmaler-Kunst begleiten wird.
"Herbstmär" vermittelt unmissverständlich aus welchem Holz das Saarländer Duo geschnitzt ist. Die zwei Herren Nordmann (Nelandhir, Seuchenzug, ex-Stardust) und Sarghas (Nelandhir, Northern Hate, Seuchenzug, ex-Stardust) haben sich mit früheren Projekten bereits in den Bereichen Black Metal, Folk/Pagan Metal, Depressive Black Metal etc. ausgetobt, bleiben diesen Einflüssen treu und bewegen sich dabei im Fahrwasser von Bands wie Drudkh, Agalloch, Negura Bunget, Urfaust, Ulver oder den späten Nocte Obducta bzw. Agrypnie. Die Verbindung zu letzterer Band entsteht vor allem durch die komplett in Deutsch geschriebenen Texte, obgleich sich deren Inhalt eher im Bereich Fantasy und Traumwelten bewegt. Neben dem tiefschwarzen Songwriting trägt der gesanglich vermittelte Text aber einen großen Beitrag zur Atmosphäre der Platte bei: Ob keifend oder mit Gesang im Stil von diversen einflussgebenden Pagan-Bands.
Grundlegend für die beachtliche Laufzeit sind die sieben Titel zwischen Intro und Outro. Unter sieben Minuten geht hier nichts und "Sie" ist mit elf Minuten das größte Umfangsmonster von "Herbstmär" - UND ein gutes Beispiel für die allgemeine Betriebsgeschwindigkeit. Der Titel baut auf einem einzigen Riff auf, welches umsungen, mit kleinen Details wie sparsam eingesetzten Synths erweitert und in der Mitte durch einen ruhigen Moment mit Akustikgitarre aufgebrochen wird. Es erfordert ein gehöriges Maß an Geduld und Bereitschaft, sich auf dieser geradlinigen Welle mittragen zu lassen. Gewiss nicht für Jedermann die optimale Darreichungsform und auch mir persönlich fehlt für ein herausragendes Gesamterlebnis etwas Dynamik. Gewisse Momente bietet "Herbstmär" dennoch - insbesondere mit "Echo", dem Titeltrack und "Erwachen" sind IMMORIOR starke Songs gelungen, die noch lange im Kopf bleiben und auch mal zwischen den Tempi variieren.
Laut Aussage der Band ist das Promo-Material noch nicht der Weisheit letzter Schluss in Sachen Ohrgasmus - das lässt hoffen, denn rund ist die vorliegende Produktion tatsächlich nicht. Da fällt man beim Hören plötzlich von einer elegant zusammengeschneiderten Sounddecke in eine Tonbrühe, die weder Fisch noch Fleisch ist. Aber da das Album bereits für einen früheren Zeitpunkt zum Release angesetzt war und nun doch noch einmal verschoben wurde, lässt die gewünschte Abschlusspolitur hoffentlich auch Wirklichkeit werden, denn auf "Herbstmär" macht das Duo aus dem Saarland schon sehr viel richtig. Das Debut könnte sich sogar zu einer Liebhaberplatte mausern - was ich sehr wünschenswert fände.
   
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