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23. Januar 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

CARNIFEX - Die Without Hope
Band CARNIFEX
Albumtitel Die Without Hope
Label/Vertrieb Nuclear Blast / Warner
Homepage https://www.facebook.com/carnifexmetal
Verffentlichung 07.03.2014
Laufzeit 38:06 Minuten
Autor Marc Fischer
Bewertung 14 von 15 Punkten
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San Diegos finest ist zurck! Wenn man sich lange mit seichter oder mittelmiger Musik rumschlagen musste, merkt man erst, wie geil es sein kann, mal wieder ein richtig fieses und vor allem gutes Brett zu hren. CARNIFEX haben mittlerweile bei Nuclear Blast unterschrieben und Schreihals Scott Lewis kndigte schon vollmundig an: "Zusammen mit Nuclear Blast werdet ihr CARNIFEX sehen, wie nie zuvor." Ich kann sagen, da hat er Recht.
So wirklich Fan war ich von den Amis zwar bisher nicht, allerdings war mir schon bewusst, was fr eine Dampfwalze die Jungs sein knnen. Die Betonung lag hier aber grundstzlich mehr auf "knnen". Mit "Die Without Hope" kann dieser Konjunktiv aber getrost beiseite gelegt werden und man kann sich sicher sein: Das Quintett IST eine Dampfwalze. Der Deathcore der Scharfrichter ist dabei mitnichten einfach nur stumpfes Geholze in einschlferndem Tempo, sondern absolut vergleichbar mit anderen Prgelknaben wie The Black Dahlia Murder oder All Shall Perish. Das geht fr den traditionellen Death Metal Liebhaber zwar eher in die Richtung einer Trendnummer, wer aber Einfallsreichtum, spannende Dramaturgien und Abwechslung auf gehobenem Level sucht, ist bei CARNIFEX goldrichtig. Fr die Produktion des neuen Langeisens hat man die Audiohammer Studios an der Ostkste in Florida auserkoren und mit Mark Lewis (Devildriver, Six Feet Under, Arsis, The Black Dahlia Murder) einen Produzenten gefunden, der sich aufgrund seiner Vita auch genau damit auskennt. Da hat sich die Band ja genau den Richtigen ausgesucht, will man da sagen. Mit dem Resultat, dass es wunderbar aus der heimischen Karaoke-Anlage scheppert und die Inneneinrichtung einem Stresstest unterzieht.
Dabei sind es vor allem die Kleinigkeiten, die "Die Without Hope" zur wirklichen Perle werden lassen, denn bei der Beherrschung der Instrumente kann man den Mitgliedern eh schon nichts vorwerfen. Nach solch fitten Musikern suchen Andere ihr Leben lang. Nein, es sind diese Klaviereinschbe, wie im Opener "Salvation Is Dead" und "Where The Light Dies", oder der Klangteppich im Hintergrund von "Dark Days" und "Condemned To Decay". Solche Untermalungen finden sich in jedem Song wieder und sind letztlich der Grund fr die unglaubliche Tiefe und zustzliche Schwrze dieser Platte. Dazu halten die stndigen Tempovernderungen, Doubelbass-Attacken, Blastbeats und Downtempo-Passagen die Dynamik hoch und animieren zur vollkommenen Ausrasterei.
Es macht einfach tierischen Spa, zuzuhren, wie CARNIFEX unmissverstndlich klarmachen, dass man wirklich sterben kann, ohne ein Fnkchen Hoffnung zu behalten. Die Spannung bleibt bis zuletzt auf einem hchst intensiven Level, sodass dieses Album mit seinen letzten drei Tracks, nicht zuletzt wegen des kurzen Interludes "Reflection Of The Forgotten" zwischen den beiden fast hymnischen Brechern "Last Words" und "Where The Light Dies", erst seinen Hhepunkt erklimmt. Im Endergebnis ist "Die Without Hope" eines der spannendsten Alben in diesem Jahr bisher und drfte aufgrund der Klasse wohl auch nur schwer zu verdrngen sein.
   
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