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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

OYSTERBAND - Diamonds On The Water
Band OYSTERBAND
Albumtitel Diamonds On The Water
Label/Vertrieb Navigator/Rough Trade
Homepage www.oysterband.co.uk
Verffentlichung 21.02.2014
Laufzeit 44:35 Minuten
Autor Peter Hollecker
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Ich gebe gleich zu Beginn zu, dass ich in Sachen Oysterband etwas befangen bin. Seit Mitte der Achtziger bin ich glhender Verehrer ihrer Musik und viele ihrer Scheiben drehen sich hufig in meiner Anlage. Ich kann gar nicht genau beschreiben, warum mich der Folk-Rock der Briten so begeistert, es mag an der unverwechselbaren Stimme ihres charismatischen Sngers John Jones liegen, vielleicht auch an ihren rebellischen, politischen Texten seit Anfang der Neunziger, am virtuosen Fiedelspiel von Ian Telfer oder einfach am Gesamtpaket. Jeder Musikliebhaber hat solche Bands, bei denen es einfach mal "Klick" gemacht hat. Das letzte regulre Studioalbum "Meet You There" liegt nun auch schon satte sieben Jahre zurck, sieht man mal von "Ragged Kingdom" ab, das die Musiker zusammen mit ihrer Protest-Freundin und Folk-Ikone June Tabor am Gesang letztes Jahr herausbrachten und mich nicht so sehr vom Hocker riss. Ich war also dementsprechend gespannt und mit reichlich Vorfreude behaftet, als ich jetzt "Diamonds On The Water" einlegte, mittlerweile luft es zum vierten mal. Vom ersten Ton an wird klar, wer hier Musik macht und "A Clown`s Heart", so der Titel des Openers, schmeichelt sich gleich mit ruhigen, weichen Klngen und hchst melodisch in die Gehrgnge. Auch "A River Runs" ist allerhchstens Midtempo und sehr harmonisch, lediglich "Spirit Of Dust" und das kernige Rock`n Roll Stck "Call You Friend" gehen ansatzweise als Rock durch, weil hier die Elektrische mal im Vordergrund stehen darf. Ich bin fast geneigt, hier von einem "Alterswerk" zu schreiben, denn auch kritische Tne am britischen Staatsapparat finden sich textlich nur in den Erinnerungen der Musiker wieder ("Palace Of Memory"). Ansonsten singt Mr. Jones von ganz normalen Problemen und Gedanken anderer Mnner in seinem und meinem Alter, zum Beispiel wie schn es ist, auf der Strae mal eine junge Frau zu sehen, die nicht mit Schminke zugekleistert ist und ebensowenig als wandelnde Werbetrommel rumluft ("No Ordinary Girl"). Auch Gevatter Tod wird im ergreifenden "Steal Away" thematisiert oder, neben einigen Liebesliedern,wie erbauend es sein kann, einen Tag ganz ursprnglich in der Natur zu verbingen ("The Wilderness"). Es sind also vermehrt persnliche Texte, wie das Album im abschlieenden "Like A Swimmer In The Ocean" erklrt wird. Und so ganz nebenbei ertappe ich mich dabei, wie ich den Musikern Recht gebe und erkennen muss, dass wir zusammen lter geworden sind. Ich brauche auch nicht jeden Tag mehr nur Heavy Metal und sgende Gitarren, und genau fr diese Momente der Ruhe und Entspannung ist "Diamond On The Water" genau das richtige Album, es hllt den Hrer wie eine warme Decke ein und nimmt ihn mit auf eine Reise. Wie heit es doch so schn in "Spirit Of Dust": "...together on a journey that needs no chart, just the open road and a hungry heart". Ach, wie ist das doch schn! Ich sag doch, ich bin in Sachen Oysterband befangen!
   
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