Navigation
                
17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

HOPELESS YOUTH - Disgust
Band HOPELESS YOUTH
Albumtitel Disgust
Label/Vertrieb Plastic Head / Soulfood
Homepage https://www.facebook.com/hopelessyouthba...
Verffentlichung 21.02.2014
Laufzeit 27:27 Minuten
Autor Marc Fischer
Bewertung 9 von 15 Punkten
>> Als E-Mail versenden
HOPELESS YOUTH aus Kanada sind ein kleines Phnomen. Die Jungs aus Montreal lassen mich eher zweifelnd zurck. Du schmeit dir "Disgust" in den Player und denkst dir im ersten Moment: Wow, ist das geil! Diese Intensitt, diese Hingabe in der Stimme und diese Kompromisslosigkeit. So sollte Hardcore klingen! Das ist genau richtig und so schn abwechslungsreich. Der Sound knallt dir wie eine Wand entgegen und der angepisste Snger lsst dich schon fast schuldig fhlen. Hab ich was angestellt, dass der mich so anschreit? Durch Halleffekte zu Beginn der Scheibe ist das auch alles schn offen und klingt nicht so ausgelutscht.
Und ganz langsam dann, du merkst es nicht mal richtig, fngst du an die Nase zu rmpfen. Da ist irgendwas. Irgendetwas, was nicht so passen will. Was es dir madig macht. Du kannst es noch nicht ganz beschreiben, nicht richtig greifen. Dann fllt es dir pltzlich wie Schuppen aus den Haaren und die Erkenntnis stimmt dich traurig, denn das haben HOPELESS YOUTH eigentlich nicht so recht verdient... Der Moment der Erleuchtung kommt beim bergang von "We Were Told" zu "Rain Of Arrows". In diesem Moment merkst du, dass es irgendwie doch nicht so abwechslungsreich ist, wie es zuerst schien. Du merkst, es ist die Stimme, die einen groen Anteil daran hat. Was du vorher ganz toll fandest, dreht sich langsam aber sicher. Die Stimme hat leider immer nur die gleiche Frequenz. Immer den gleichen Anschlag. Immer die gleiche Intensitt. Es ist doch nicht soviel Abwechslung drin, wie gedacht. Die Anfnge der Songs sind zu hnlich strukturiert. Wo dir der Frontmann im Stck "Ghost" gerade eben noch mit voller Inbrunst das Wort "Sacrifice" entgegengebrllt hat und du schon im Begriff warst, dein Shirt auszuziehen um dich mit voller berzeugung ins Messer zu strzen, fngst du bei den folgenden drei Nummern "We Were Told", "Rain Of Arrows" und "Faithless" wieder an, die Ansichtskarte aus Solingen wegzustecken und den entblten Krper wieder zu bedecken. Nur um am Ende von "Faithless" wieder aufzuhorchen. Dann geht's wieder bergauf und das Spiel geht von vorne los. Pltzlich ist die Abwechslung wieder da. Weniger wegen der Stimme, sondern mehr wegen der Arrangements. Nur um gegen Ende erneut in das Loch zu fallen. "Hellhounds" und "Divided, United" sind vom Beginn und der Grundgeschwindigkeit schon wieder zu hnlich.
Fr ein wirklich gutes Album ist das aufgrund der Unstetigkeit einfach zu wenig, weshalb hier punktetechnisch mehr drin gewesen wre. Mal ist das klasse, was die Nordamerikaner zu bieten haben, mal klingt das einfach nur einfallslos und man kopiert sich selbst. Interessante Neuentdeckung allemal, aber Konstanz ist eben mehr als nur ein Ort am Bodensee!
   
<< vorheriges Review
DEAD SHAPE FIGURE - Opus Victoria
nchstes Review >>
THROWDOWN - Intolerance


Zufällige Reviews