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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

PRISMA CIRCUS - Reminiscences
Band PRISMA CIRCUS
Albumtitel Reminiscences
Label/Vertrieb World In Sound / Rough Trade
Homepage www.facebook.com/prismacircus?
Verffentlichung 14.02.2014
Laufzeit 41:50 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Dass Retro-Rock auch frisch und originell sein kann, hrt man unter anderem auf der vorliegenden Scheibe der 70er-Jahre Fans PRISMA CIRCUS. Rein zufllig habe ich die Band schon vor ein paar Wochen im Internet entdeckt und schtzen gelernt. Seit ein paar Tage liegt mir nun das Debt der Spanier als schickes Digipak vor. Optisch macht das Teil schon was her, das Covermotiv kommt sicher auch ganz gut auf einer Vinylhlle rber.
Die Musik des Trios wird im Pressetext als Heavy Psychedelic beschrieben, was nur bedingt passt, denn groe knstlerische Ausschweifungen braucht man hier nicht befrchten. Statt sphrischer Klangwelten, kloppen die drei Rocker dem Zuhrer eine fette Ladung Energie um die Ohren. In herrlich dynamischer, analoger Klangverpackung prsentiert uns der Dreier blueslastigen Classic Rock der Oberklasse. Kapellen wie CACTUS, GRAND FUNK RAILROAD oder auch LED ZEPPELIN standen natrlich Pate, aber dennoch hat man bei keinem der acht Stcke das Gefhl, etwas abgegriffenes oder gar kopiertes zu hren. PRISMA CIRCUS haben ihren eigenen Sound, der sich vor allem durch ein berraschend hohes Tempo und der manchmal recht eigenwilligen, aber nicht weniger coolen Stimme von Bassmann Joaquin Escudero Arce auszeichnet. In einigen Passagen erinnert er an Jim Morrison, aber in "John Doe's Paranoia" berrascht er zum Beispiel mit berraschenden Hhen, die ich so nicht erwartet habe. Nach kurzer Zeit hat mir das sehr gut gefallen, weil es einfach mal was anderes ist. Die Gesangspassagen halten sich grundstzlich in Grenzen, so vergehen oft mehrere instrumentale Minuten, bis diese wieder einsetzen. Auch das gefllt mir sehr gut, denn das groartige Zusammenspiel des Rhythmus-Duos, sowie die wirklich beeindruckende Arbeit von Gitarrenmeister Oscar Garcia Albizu, knnen sich so besser entfalten. Schon beim ersten Durchgang hat mich der Sound der Jungs begeistern knnen. Songs, wie "Born In A Red House" oder der absolute Hhepunkt, das wirklich flotte "Napalm", brennen sich einfach in die Gehrgnge.
Es ist kaum zu glauben, dass es sich bei "Reminiscences" um ein Debt handelt. Alle Nummern bewegen sich auf hchstem Niveau und htten qualitativ auch schon vor 40 Jahren mit den ganz groen Gassenhauern mithalten knnen. Wer auf 70er-Jahre-Rock steht, kommt an diesem Werk nicht vorbei. Ist die Wertung zu hoch? Nein, denn die Scheibe ist fr mich die bislang beste Verffentlichung in 2014 und wei auch nach etlichen Durchlufen beinahe restlos zu berzeugen.
   
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