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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

DREAM THEATER - Dream Theater
Band DREAM THEATER
Albumtitel Dream Theater
Label/Vertrieb Roadrunner / Warner
Homepage www.dreamtheater.net
Verffentlichung 20.09.2013
Laufzeit 68:07 Minuten
Autor Alexander Meyer
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Neben Psychotic Waltz, Fates Warning und Queensryche gehren Dream Theater zu meinen persnlichen Big Four. Mit ihrem Majesty-Demo und dem Debtalbum starteten die New Yorker ihre Karriere im Underground, um mit "Images And Words", insbesondere der darauf befindlichen Hitsingle "Pull Me Under", zu einer der erfolgreichsten Progformationen unserer Zeit zu avancieren. Das war vor ber 20 Jahren und seither ist viel passiert: Man hat ungefhr alle zwei Jahre ein neues Studioalbum aufgenommen und zwei einschneidende Besetzungswechsel verkraften mssen (Der erste wurde gleich nach dem Debt durch einen Sngerwechsel vollzogen.). Schon der Weggang von Keyboarder Kevin Moore Mitte der Neunziger vernderte den Sound des Traumtheaters und ein Jahrhundertwerk wie "Awake" konnte in der Folge nie mehr getoppt werden. Wenigstens konnte nach dem Interimskandidaten Derek Sherinian mit Jordan Rudess ein adquater Ersatz fr Moore gefunden werden und nach dem schwcheren "Falling Into Infinity" folgte mit "Scenes From A Memory" ein weiteres Meisterwerk. Die 2000er Jahre waren gekennzeichnet durch das ein oder andere musikalische Experiment. Triebfeder hinter dieser Entwicklung war in erster Linie Mike Portnoy, der seine Band in eine modernere und hrtere Richtung lenken wollte. Mehr als einmal uerte er sich kritisch ber James LaBries Vocals und unternahm in der Folge selbst ein paar eher leidliche Gesangsversuche. Dies fhrte insgesamt dazu, dass Dream Theater ihren Signaturessound, mit dem sie zahllose Prog Metal Bands beeinflusst haben, ein wenig verloren. Als Portnoy, der zwischenzeitlich durch diverse Soloaktivitten (u.a. bei der Allstartruppe Transatlantic) ein neues Spielfeld fr sich entdeckt hatte, 2010 eine Bandpause nehmen wollte, nahmen die restlichen Bandmitglieder die Gelegenheit beim Schopfe ihn ganz los zu werden, um mit Mike Mangini kurze Zeit spter seinen Nachfolger zu prsentieren. Das erste Post-Portnoy-Album "A Dramatic Turn Of Events" stellte eine Rckkehr zu alten Tugenden dar und machte DT wieder zu Everbody`s Darling. Nun, nicht ganz, denn es gab auch kritische Stimme, die behaupteten, dass das Album nur ein Aufguss bekannter und bewhrter DT-Songstrukturen sei.

Diese Stimmen werden auch jetzt nicht verstummen, denn mit dem selbstbetitielten neuen Album geht das Quintett diesen Weg unbeirrt weiter. "False Awakening Suite" ist ein bombastisches Intro, das von einem typischen DT-Frickelfeuerwerk names "The Enemy Inside" gefolgt wird. "The Looking Glass" betont durch den eingngigen Refrain ein wenig mehr die kommerzielle Seite der Band, bevor mit "The Enigma Machine" wieder einmal ein Instrumental seinen Weg auf ein DT-Album gefunden hat. "Along For A Ride" weiter hinten ist eine ganz nette Ballade und das abschlieende "The Illummination Theory" ein 23-mintiger Longtrack, dessen orchestrierter Mittelteil ein wenig wie ein Teil eines Filmsoundtracks anmutet. Dies stellt das einzige kleine Experiment dieses Albums dar. Leider stinkt "TIT" im Vergleich zum etwa gleich langen "A Change Of Seasons", aus dem Jahre 1995, ziemlich ab. Genau dieser Track macht also am besten die Misere deutlich, in der sich das Traumtheater anno 2013 befindet: Einerseits will man dem Wunsch der Fans und dem kommerziellen Druck nach Altbewhrtem nachkommen, andererseits will man sich bei allen Trademarks, die Dream Theater ausmachen, weiterentwickeln. Insgesamt gelingt das auf "Dream Theater" recht gut. Man muss sich halt immer die oben skizzierte Bandhistorie vor Augen fhren, wenn man das neue Machwerk fair bewerten mchte. Und dann zieht man die folgenden Schlsse: James LaBrie ist bei aller Kritik ein klasse Snger; John Petrucci ist ein begnadeter Gitarrist und Texter; Mangini ist der optimale Ersatz fr Portnoy; Myung und Rudess machen ihre Sache wie immer sehr gut. Dream Theater-Herz was willst du mehr?! Die Rckkehr von Mike Portnoy? Grotaten wie "Images", "Awake" oder "Scenes"? Trumt weiter! Oder geniet ganz einfach dieses wirklich hochklassige Machwerk. Die Gnsehautmomente sind zwar etwas dnner gest als frher, aber sie sind nach wie vor da, man muss sich nur darauf einlassen.
   
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