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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

THE OCEAN - Pelagial
Band THE OCEAN
Albumtitel Pelagial
Label/Vertrieb Metal Blade / Sony Music
Homepage www.theoceancollective.com
Verffentlichung 26.04.2013
Laufzeit 53:13 & 53:13 Minuten
Autor Jens Gellner
Bewertung 15 von 15 Punkten
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Du hast noch nie was von THE OCEAN gehrt? Kein Problem, man kann ja schlielich nicht alles kennen. Aber sei Dir einer Tatsache bewusst: wenn Du Dir THE OCEAN im Allgemeinen, und deren neues Album "Pelagial" im Speziellen entgehen lsst, dann verpasst Du wohl eines der herausragendsten und ambitioniertesten Alben der Musikgeschichte. Klingt vielleicht hochgestochen, ist aber so; denn die hier gebotene Qualitt lsst smtliche Verffentlichungen der letzten Monate, wenn nicht gar der letzten Jahre, weit hinter sich zurck und setzt in jeglicher Hinsicht neue Mastbe, die Dein Verstndnis anspruchsvoller Musik nachhaltig beeinflussen werden. Vorausgesetzt, Du bist auf der Suche nach Musik, die vllig neue Wege beschreitet und in dieser Form noch nie da gewesen ist; progressiv also im wahrsten Sinne des Wortes.

Einer Sache kann man sich bei THE OCEAN gewiss sein: diese Band hat noch nie durchschnittliches Material verffentlicht. Jedes Album von THE OCEAN will und muss als Gesamtkunstwerk erlebt werden; so auch "Pelagial": angefangen bei Covergestaltung und Verpackung (die schon alleine den Kaufpreis locker Wert ist), ber das hinter jedem Album steckende Konzept und schlussendlich der Musik, die man getrost mit den Adjektiven auergewhnlich, richtungsweisend oder herausfordernd beschreiben kann. Also gewiss nichts fr jedermann, aber THE OCEAN scheinen jegliche kommerziellen Tendenzen seit jeher weit von sich zu weisen.
Liest man Artikel oder Reviews ber die Band, so wird man immer wieder mit den scheinbar widersprchlichsten Stilbeschreibungen konfrontiert. Von Progressive Metal ist da die Rede. Oder von Post Metal, Sludge, Psychedelic, Post Hardcore, Doom, Metalcore. Jede dieser Beschreibungen ist korrekt, und doch wird keine davon der Musik von THE OCEAN auch nur im Entferntesten gerecht; zu geschickt entzieht sich die Band immer wieder jeglicher Schubladisierung und beweist eindrucksvoll, dass ein Album wesentlich mehr sein kann als die Summe der enthaltenen Songs. Ja, THE OCEAN sind progressiv, aber nicht im Sinne von DREAM THEATER oder hnlichen Bands. Ja, die Band ist experimentell, aber weit entfernt von entrckten, fr den Zuhrer nicht mehr nachvollziehbaren Exkursionen. Ja, der Snger ist im Reich der Screams und Growls zuhause, setzt aber den Cleangesang absolut gleichberechtigt ein. ISIS, OPETH, MASTODON, CULT OF LUNA oder FIELDS OF THE NEPHILIM mgen als Orientierungspunkte dienen, aber wo diese Bands nur an der Oberflche schwimmen, gehen THE OCEAN tiefer. Viel tiefer.
Wobei wir beim Konzept des Doppelalbums wren: "Pelagial" ist eine 53mintige Reise (verffentlicht als Doppelalbum - einmal mit Gesang, einmal rein instrumental) durch die pelagischen Zonen des Ozeans; von der Meeresoberflche bis hinab auf den Grund des Meeres, wo kein Leben mehr mglich ist. Diese Reise ist musikalisch mehr als imposant umgesetzt; so werden die anfnglich offenen, verspielten und leichtfigen Songs mit fortlaufender Spieldauer immer dsterer, bedrckender und brachialer, bis sich im finalen Track die abgrundtief bse Slugde-Bestie im Schlamm des Meeresgrundes suhlt. Das Konzept steht im Mittelpunkt, und einzelne Songs dienen als Bestandteile des Konzepts, was es prinzipiell berflssig macht, einzelne Tracks hervorzuheben. Wer aber von THE OCEAN noch nie etwas gehrt hat, jetzt neugierig geworden ist (hoffentlich jeder, der diese Zeilen liest; die Band hat jede Aufmerksamkeit verdient!) und wissen will, was man zu erwarten hat, dem seien "Hadopelagic II - Let Them Believe" und "Bathyalpelagic I - Impases" als reprsentative Anspieltips ans Herz gelegt. Aber Achtung: man muss dieses Album am Stck hren, im Ganzen erleben und in den Ozean eintauchen, und ich verspreche Dir: wenn Du Dich auf THE OCEAN einlsst, entfacht die Musik eine Sogwirkung, die Dich nicht wieder loslsst.
   
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