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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

PIKE'S EDGE - Nameless
Band PIKE'S EDGE
Albumtitel Nameless
Label/Vertrieb Dark Daze Music Inc.
Homepage www.pikesedge.com
Verffentlichung 19.04.2013
Laufzeit 45:48 Minuten
Autor Verena Jurawitz
Bewertung 8 von 15 Punkten
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"Knnte dieser kleine, unglcklich dreinblickende Junge auf dem Cover dieser "Pike"sein?", frage ich mich und starte die CD. Whrend sich einige meiner Hirnzellen kurz vor den - einem Maschinengewehr hnelnden - Gitarrensalven aus meinen Boxen in Deckung bringen, bekommen andere durch meine Augen die erwnschte Information bermittelt: Ach sooo, das wird quasi den kleinen Jungen im groen Mann "Pike", dem Snger, darstellen! Laut Promozettel und Bandhomepage schrieb dieser auch die Musik, die Texte und er vergngt sich an einer der beiden Gitarren der Band. Und nun, da er die Kriegs- und Flchtlingserfahrungen seiner Kindheit soweit berwunden hat, lsst er uns an seinen Gedanken und Gefhlen teilhaben. "Nameless" ist das erste Album der vier Mnchner und handelt von den ngsten von Fikret "Pike" Mujkic. Seiner berwindung der Geschehnisse in seinem Geburtsland Bosnien, seiner Flucht nach Kroatien und spter Slowenien und seinem Weg in ein geregeltes Leben in der neuen Heimat Deutschland.
Hut ab vor dem Mann, seiner Lebensgeschichte und der Kraft die er fr seine Musik aufbringt, doch ist er sicher nicht der einzige Mensch mit schlimmen Erfahrungen. So stimmt es mich etwas traurig, dass man nach etlichen Besetzungswechseln wohl erst jetzt die passenden Musiker gefunden hat um dieses Projekt durchzufhren, diese aber lediglich am Rande namentlich erwhnt werden. Auch wird im Booklet nicht aufgeklrt wer den weiblichen Gesangspart bei "Traceless" und wer den Klavierpart in der Ballade "Let Me Go" beigesteuert hat. Ist die Frage ob man aus Mitgefhl zu einem Menschen eine CD kauft, oder wegen der Musik an sich.
Der versprochene ausgefallene Metal, den man angeblich schwer einordnen kann, ist ziemlich gediegen, wirkt auf mich zwischenzeitlich wie guter Rock. Manchmal geht er nach vorne und lsst einen doch mal den Kopf zucken, aber zumeist ist er doch eher ruhig, eingngig, nicht besonders abwechslungsreich oder gar frickelig. Mich erinnern viele der elf Stcke durch ihre Stimmung anheizenden, nach oben transponierten Wiederholungen ein wenig an ltere Sachen von RAGE.
Pikes Stimme ist zwar eigen, auch sein Akzent in den englischen Stcken hat Charakter, jedoch klingen die gefhlvollen Passagen, ob nun Mchtegern bse oder herzzerreiend traurig oftmals etwas schwchlich und irgendwie auch wie schon einmal gehrt, ab und zu vergleichbar mit den sauberen Gesangsparts im Core. Nichtsdestotrotz: er kann tatschlich singen, die CD klingt sauber produziert, jeder Instrumentalist tut was er kann und zum Nebenbeihren ist das eine angenehm unaufdringliche Art von Musik. Vor allem die beiden Stcke "Lazem Sam Sebe" und "Moj Dilbere" sind auch recht interessant, vermitteln sie doch einen Eindruck der Musikkultur und Muttersprache des Kriegsflchtlings. Ich habe mir bei Youtube noch das eine oder andere Video angesehen und mchte noch dazusagen, dass diese Band eher auf die Bhne gehrt, als in einen CD-Player.
   
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