Navigation
                
15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

TOTENGEFLÜSTER - Vom Seelensterben
Band TOTENGEFLÜSTER
Albumtitel Vom Seelensterben
Label/Vertrieb Eigenproduktion
Homepage www.totengefluester.de
Veröffentlichung 01.02.2013
Laufzeit 46:33 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 9 von 15 Punkten
>> Als E-Mail versenden
TOTENGEFLÜSTER haben sich aufgemacht, mit ihrer Verbindung aus kalter Schwarzware und dem Gespür für den Einsatz von klassischer Musik, einen festen Stammplatz in der deutschen Metalszene zu ergattern. Die grobe Richtung kann ich mit dem Erwähnen der Spartengrößen CRADLE OF FILTH, NAGLFAR oder DIMMU BORGIR bestimmen. Allerdings orientiert man sich weniger an den letzten Ergüssen dieser Kapellen, sondern an den raueren und vor allem oft schnelleren Klängen vergangener Tage. Besonders das großartige Gekeife von Narbengrund kann hier punkten. Dieser beherrscht nämlich verschiedene Stimmlagen und weiß sein Organ vielseitig einzusetzen. Die vorgetragenen Texte in deutscher Sprache, welche ich dank des aufwendig gestalteten Booklets mitlesen kann, sind auch nicht übel. Erzählt werden schaurige, kleine Gruselgeschichten in Versform. Bei vielen ähnlich gelagerten Bands, kann man die Inhalte getrost links liegen lassen, hier lohnt sich aber auf jeden Fall der Blick ins "Textbuch".
Auch die Wahl der Instrumentierung ist grundsätzlich gelungen. Natürlich muss man bei dieser Eigenproduktion Abstriche bei der Qualität der elektronisch erzeugten Elemente und auch bei der endgültigen Abmischung machen. Hier und da ertönen die Songs vielleicht etwas matschig, zudem geht das Schlagzeug in manchen Momenten ein bisschen unter. Wenn man sich aber vor Augen führt, wie schwierig es ist, als einzelner Tüftler (der Gründer Totleben), fast alles auf eigene Faust einzuspielen und aufzunehmen, kann sich das Ergebnis schon hören lassen! Ja, die Voraussetzungen für einen guten Erstling sind gegeben, doch leider vermag es kaum eines der 10 Stücke, nachhaltig im Gedächtnis hängen zu bleiben. Am besten haben mir noch der rotzige Titeltrack "Vom Seelensterben" und das schaurige "Ein Monolog im Mondschein" gefallen, aber so richtig zünden wollen die Lieder von TOTENGEFLÜSTER noch nicht.
Alles kein Problem, die Basis passt und der Prozess des Dazulernens ist noch lange nicht abgeschlossen. Ich kenne nicht viele symphonische Black Metal-Bands mit gesunder Härte und deutschen Texten, daher genießen sie jetzt schon einen kleinen Exotenbonus. Das Potential für die Oberliga ist in jedem Fall vorhanden und ich bin mir sicher, dass sich die Truppe in Zukunft noch steigern kann.
   
<< vorheriges Review
NACHTGESCHREI - Aus Schwärzester Nacht
nächstes Review >>
PAIN IS - God Particle


 Weitere Artikel mit/über TOTENGEFLÜSTER:

Zufällige Reviews