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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

JUNGLE ROT - Skin The Living (Re-Release)
Band JUNGLE ROT
Albumtitel Skin The Living (Re-Release)
Label/Vertrieb Victory Records / Soulfood
Homepage www.jungle-rot.com
Alternative URL https://www.facebook.com/igotjunglerot
Verffentlichung 22.02.2013
Laufzeit 25:32 Minuten
Autor David Lang
Bewertung 6 von 15 Punkten
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Im Musikgeschft kann man sich eine spezielle Frage sehr oft stellen: Warum X und nicht Y? Warum sind Rammstein derart durch die Decke geschossen und die Schweisser nicht? Warum werden Suffocation von jedem Hnsel abgefeiert, doch Monstrosity kennt nicht mal die Hlfte dieser Leute? Warum sind J.B.O. so gro und Knorkator nicht (das frage ich mich z.B. ernsthaft und stelle damit des Deutschen Humorverstndnis komplett in Frage... wobei, nach Mario Barth sollte mich nichts mehr wundern... ich schweife ab)?
Eine dieser Fragen msste heien: Warum sind soooo viele Death Metal Bands bekannt, die sich auf Groove spezialisiert haben, doch Jungle Rot findet man nur unter "ferner liefen..."?
Bereits 1994 gegrndet erschien ihr Debt 2 Jahre spter und bot Todesstahl, der hauptschlich im Midtempo herum mrtelte. Damit befand man sich in bester Gesellschaft, schlielich hatten beispielsweise Obituary mit diesem Konzept, fr das Genre, beachtliche Erfolge feiern knnen.
Ich frchte, im Falle Jungle Rot kamen schlicht und ergreifend zu viele Faktoren zusammen, die greren Plnen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Six Feet Under waren mit ihrem Debt "Haunted" bereits 1995 am Start und traten damit die zweite Welle des massenkompatibleren Death Metals los. Diese zog natrlich massig Trittbrettfahrer an. Jungle Rot gingen also zum einen schlicht und ergreifend in der Masse der SFU-Klone unter. Zudem machte sich die Band, gerade in unseren Gefilden, live ziemlich rar (was verstndlich ist, fr eine nur mig betuchte Nischenband) und hatte zu guter letzt einen immens hohen Musikerverschlei (laut Wikipedia-Eintrag ganze 13 Ex-Mitglieder!). Nicht die besten Voraussetzungen, um die groe Nummer zu werden.
Vielleicht werden nun, 17 Jahre nach Erscheinen des Erstlings, noch mal einige Death-Heads auf den Wisconsin-Vierer aufmerksam, hat man sich doch entschlossen, eben jenes Debt erneut zu verffentlichen. Hrt man sich den gerade mal 25 Minuten dauernden "Longplayer" an, offenbart sich indes noch ein anderes Problem, woran auch der Rest der Nachzgler scheiterte: das Fehlen grerer, zwingender Kracher. Da die stilistischen Grenzen des Genres relativ beschrnkt sind, muss man meines Erachtens halt ein entsprechendes Hndchen fr gutes Songwriting haben. Jungle Rot sind definitiv keine Stmper, ihre Songs sollten jedem Death Metal Maniac gut ins Ohr gehen, nur bleiben sie halt nicht lange genug dort. Man hat stndig das Gefhl einer altbekannten Geschichte zu lauschen, die einem jemand anders schon mal mitreiender erzhlt hat. Zwischendurch horcht man vielleicht mal kurz auf, weil die ein oder andere Idee leicht abgewandelt erzhlt wird, doch die Pointe bleibt die gleiche.
Wer auf Innovation absolut keinen Wert legt, sondern lediglich ein solides Album haben will, dass zum Mitwippen verleitet, macht prinzipiell nichts falsch, eine ausgesprochene Empfehlung sieht jedoch anders aus (zumal Bonustracks oder hnliche Sperenzchen ausbleiben).
   
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