Navigation
                
17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

TRELLDOM - Til Et Annet (Re-Release)
Band TRELLDOM
Albumtitel Til Et Annet (Re-Release)
Label/Vertrieb Hammerheart Records
Homepage www.trelldom.no/
Verffentlichung 14.01.2013
Laufzeit 46:30 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 8 von 15 Punkten
>> Als E-Mail versenden
Der kauzige Gaahl hat zuletzt mit dem ersten Studioalbum des Projektes GOD SEED, einen hervorragenden und lngt berflligen Einstand gegeben (Besprechung von "I Begin"). Dies und die groe Medienprsenz seiner Person in letzter Zeit, sind sicherlich auch Grnde dafr, dass das Label Hammerheart Records nun das zweite Werk von TRELLDOM mit neuem Covermotiv erneut auf den Markt bringt. Die Kapelle wurde 1992, mitten in der groen Zeit der zweiten Black Metal-Welle in Norwegen, vom damals gerade mal 17-jhrigen Keifmeister und seinen Mitstreitern Sir und Valgard gegrndet. Wenn man die acht Stcke der 1998 aufgenommenen Scheibe "Til Et Annet" heute hrt, fllt schnell auf, dass die Musik des Trios zwar grob der klassischen Schwarzware alter Schule zuzuordnen ist, aber trotzdem verhltnismig experimentell daherkommt. Klar gibt es die blichen Doublebass Passagen, kalte, schrammelige Gitarrenwnde, sowie richtig angepisstes Geschrei von Gaahl. Und doch finden sich in den Songs von TRELLDOM einige frische Ideen und Einflsse aus benachbarten Sparten wieder, die ich so nicht erwartet htte.

Das eher ungewhnliche "Min Doed Til Ende" hlt beispielsweise unter anderem Riffs und Melodien parat, die auch von einer folkloristisch angehauchten Rock Band stammen knnten. Auch der Anfang vom Titelstck "Til Et Annet" setzt zunchst auf ein atmosphrisches, mittelschnelles Tempo mit schrgem, mehrstimmigem Singsang, um am Ende doch noch in blanker Raserei zu gipfeln. Am eigenwilligsten ist wohl das sechste Stck "Svinfylkning". Hier wurden noch mehr Gesangsspuren bereinandergelegt, welche ein vllig abgedrehtes Ergebnis aus Geschrei und verzerrtem Gebrll zur Folge hat, das zwar interessant ist, mich persnlich aber eher nervt, als unterhlt. Und da setzt meine Kritik an. Bei aller Experimentierfreudigkeit und Andersartigkeit, gehen mir so manche (trotzdem monotone) Phasen schnell auf die Nerven. So wird im Rausschmeier "Sonardreyri" beinahe elf Minuten das gleiche Riff zelebriert, was mich bislang davon abgehalten hat, das Stck komplett durchzuhalten. Man muss ebenfalls sagen, dass Gaahl sein Knnen am Mikrophon im Laufe der Jahre schon deutlich verbessern konnte und hier, vor knapp 15 Jahren, im Grunde nur durch seine starke Aggressivitt berzeugen kann.
So oder so, Black Metal-Interessierte kommen alleine schon aus musikhistorischen Grnden nicht an TRELLDOM vorbei und sollten der Scheibe auf jeden Fall eine Chance geben. Auf dem Papier existiert die Band heute noch, vielleicht wrde mir ein neues, viertes Album mehr schmecken.
   
<< vorheriges Review
AEON - Aeons Black
nchstes Review >>
SHOW YOUR FACE - Afraid (EP)


 Weitere Artikel mit/ber TRELLDOM:

Zufällige Reviews