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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

SECOND RELATION - Abiona
Band SECOND RELATION
Albumtitel Abiona
Label/Vertrieb Eigenproduktion
Homepage www.facebook.com/secondrelation
Alternative URL laendlebands.vol.at/members/14/
Verffentlichung 2011
Laufzeit 58:09 Minuten
Autor Alexander Meyer
Bewertung 14 von 15 Punkten
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"Faszinierend", sagt Mister Spock. Mit glnzenden Augen schaut Captain Kirk rber zu seinem Freund und Bordarzt: "Was meinst du, Pille?" und gibt dann die klare Anweisung: "Spiel's noch einmal, Scotty"! Was SECOND RELATION mit Star Trek zu tun haben?! Gar nichts, aber so oder so hnlich htte sich diese Szene auf der Enterprise, die sich stndig auf der Suche nach neuen (musikalischen) Lebensformen befindet, abspielen knnen. Unser "My Revelations-Raumschiff" hat es leider erfolgreich geschafft, diese brillante Nachwuchsband bislang zu bersehen, was ich mir als "Erstem Prog Offizier" besonders schwer anlaste. Dabei ist "Abiona" schon letztes Jahr erschienen und bereits 2009 haben die sterreicher mit "Lynette" ihr Debt verffentlicht, dessen Auszge auf ihrer alten Website ebenfalls grandios klingen. Da diese Homepage anscheinend schon lnger nicht mehr gepflegt wird, befindet sich dort auch ein altes Foto, auf dem die fnf Bandmitglieder -standesgem gekleidet in Opeth-, Mastodon-, Cynic- und Pink Floyd-Shirts- sogar noch jnger aussehen als die 17 Jahre, die den damaligen Altersdurchschnitt markierten.

Kaum zu glauben, dass die Jungs noch keinen Plattenvertrag an Land ziehen konnten. Vielleicht aber auch besser so, denn auf diese Weise konnten sie sich ganz natrlich weiterentwickeln und das Erfolgsrezept des Debts fortfhren. Dies fllt zuncht optisch ins Auge, denn das Artwork stammt wieder von Johanna Berchtold, der Schwester von Snger Bastian. Das Digipack ist so edel aufgemacht und die Produktion so professionell, dass man meinen knnte, es stnde hier ein Majorlabel dahinter. Und die Musik? Nicht von dieser Welt! Schon der Opener "Chance, Aim, Way, Promise" wird von einem "Opeth-Riff" erffnet, das die Originale so heutzutage leider nicht mehr schreiben. Eine kurze Celloeinlage bremst die Gitarren aus und dann erklingt zum ersten Mal die sanfte Stimme von Bastian Berchtold, die eher im Prog Rock denn im Metal verhaftet ist, was wiederum einen Kontrapunkt zum harten Riffing darstellt. Es folgen zahlreiche Breaks und Tempowechsel unterlegt von Hammondsounds, bevor der Refrain den Song auf die Zielgerade bringt.

So knnte ich jetzt jeden Track en detail schildern und doch knnten meine Worte das Hrerlebnis nicht wirklich widergeben. Natrlich erfinden SR den Prog nicht neu, aber sie kombinieren die bekannten Elemente so geschickt und erfrischend, dass man sie in einem Atemzug mit einheimischen Gren wie Subsignal und den Dark Suns nennen muss, an die sie mich noch am ehesten erinnern. Alle neun Stcke und alle fnf Musiker befinden sich auf einem solch schwindelerregend hohen Niveau, dass einem Angst und Bange werden knnte. Wenn es berhaupt einen kleinen Makel an "Abiona" gibt, sind es die Texte, die an der ein oder anderen Stelle einer Korrektur des Englischen bedrften. Da kommt halt der Pauker in mir durch, sorry. Aber ich wette in dieser Rezension findet sich sicher auch ein Fehler, also Schwamm drber. Gleichwohl sollte es ja noch ein wenig Luft nach oben geben, die Hchstnote folgt dann beim dritten Album. Einstweilen erfreuen wir uns an Knallern wie "Impulse Against Separation" (Was fr ein Spannungsbogen!) oder "Window" (Famous last words!) und bestellen uns "Abiona" fr schlappe zehn Euro bei der Band (secondrelation@gmx.at).
   
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