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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

DER WEG EINER FREIHEIT - Unstille
Band DER WEG EINER FREIHEIT
Albumtitel Unstille
Label/Vertrieb Viva Hate Records / Cargo Records
Homepage www.derwegeinerfreiheit.de/
Verffentlichung 26.06.2012
Laufzeit 46:57 Minuten
Autor Christoph Fllenbach
Bewertung 15 von 15 Punkten
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Wer dachte, dass Nikita (Lead-Gitarre und Bandkopf) und seine mittlerweile zwei weiteren fest angestellten Mannen von DER WEG EINER FREIHEIT mit ihrer "Agonie EP" bereits zur musikalischen Hchstform aufgelaufen wren, dem drfte die neue LP wohl massiv die Luft aus den Argumentationssegeln nehmen. "Unstille" kann es getrost mit jedem schwarzmetallischen Werk der letzten Jahre aufnehmen, ohne sich dabei auf klischeetriefendes Kriegsgeschrei sttzen zu mssen. Stattdessen wird Blackmetal als Instrument umfunktioniert, auf seine sphrischen Grundpfeiler herunter gebrochen und trotzdem sehr stilvoll in Szene gesetzt. Dies geschieht hauptschlich durch die wunderbar langen und ausgeklgelten Songaufbauten; wir sprechen hier immer hin von einer Spielzeit von 47 Minuten, verteilt auf gerade einmal 6 Stcke. Dabei wird sich viel Zeit gelassen um die unterschiedlichen Stimmungen wirken zu lassen. Glcklicherweise sind die bergnge so gekonnt arrangiert, dass sich rasende und getragene Passagen nicht eingrenzend, sondern viel mehr untersttzend gegenberstehen. Hervorzuheben ist dabei "Zu Grunde", fr mich das mit abstand strkste Stck der Platte. Langsam taumelt der Hrer zu Beginn in einen Strudel aus Blastbeats, der ihn gefangen hlt und auch noch lange Zeit nach dem Ende nicht loslsst, sondern sich dank sehr gekonnter Melodiearbeit tief in den Gehrgang bohrt. Dabei fllt zustzlich die sehr druckvolle, aber keinesfalls berladene Produktion der LP auf; wohl gemerkt: Alles selbstgemacht - Hut ab! Ein krftiges, sich trotz gewaltiger Geschwindigkeit nicht in den Vordergrund drngendes Schlagzeug paart sich mit angenehm sgende Gitarren, deren Melodieverlufe sich wunderbar verfolgen lassen. Dazu ein Gesang, der einem dank sehr passender und trotz aller Brachialitt gut verstndlichen Texte, immer wieder die Gnsehaut auf den Arm treibt. Im direkten Vergleich zu den beiden vorher gettigten Verffentlichungen, gefllt mir die Produktion nach mehrmaligen hren noch ein wenig besser. Alles scheint hier ausgereifter und wirkt sehr homogen. Was bei eben diesem Vergleich schnell hervorsticht, ist auch die Arbeit von Tobias an der Schiebude. Schnell ist er, verdammt schnell! Glcklicherweise leiden jedoch weder Melodie noch Dynamik unter seinem Geschwindigkeitswahn. Vielleicht ist es gerade sein Werk, dass "Unstille" so viel dunkler und hrter als die Vorgnger klingen lsst.
Alles in allem ergibt sich eine Wahnsinnsscheibe, die sich von den momentan hufiger werdenden Erscheinungen des "neuen" Black Metals weit abhebt. Wer also ber den Tellerrand schauen will und nicht dem Kriegs-/Satans-/Panzerklischee im Blackmetal verfallen ist, dem lege ich die Scheibe wrmstens ans Herz. Vielleicht sollten sich aber gerade die bsen Buben dieses Bollwerk zulegen, denn dass was hier vor dem geistigen Auge geschaffen wird, stellt so gut wie alles in den Schatten, was aus "deren Ecke" in den letzten Jahren als "neu" verkauft wurde.
   
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