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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

MOONSPELL - Alpha Noir
Band MOONSPELL
Albumtitel Alpha Noir
Label/Vertrieb Napalm Records / Edel
Homepage www.moonspell.com
Verffentlichung 27.04.2012
Laufzeit 40:34 Minuten
Autor Jens Gellner
Bewertung 8 von 15 Punkten
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"Opium" vom zweiten Album "Irreligious" liegt wie ein dunkler Schatten ber der Karriere der Portugiesen von MOONSPELL. 1996 war der Song ein riesiger Hit, und MOONSPELL wurden damals als neue Hoffnung des Gothic Metal (in seiner ursprnglichen Definition; ich meine nicht das unertrgliche Operettengeflte, dem heutzutage der Stempel Gothic aufgedrckt wird) gehandelt, nachdem die einstigen Knige der Szene, PARADISE LOST und TIAMAT, ihren Thron freiwillig aufgegeben hatten. Aber auch MOONSPELL gingen den Weg ihrer Vorgnger, fingen an, ihren Sound zu erweitern und zu experimentieren, und bekamen dafr von ihren Fans, die nach einem zweiten "Opium" verlangten, eine frchterliche Klatsche. Eigentlich schade, denn ich fand Alben wie "Sin/Pecado" trotz (oder gerade wegen) der Soundexperimente sehr gelungen. Und ich habe den Eindruck, dass MOONSPELL sptestens seit dem 2003er Album "The Antidote" krampfhaft versuchen, wieder an "Irreligious" anzuknpfen; was natrlich zum Scheitern verurteilt ist. Mir kommt es nun so vor, als ob sich MOONSPELL auf ihrem zehnten Studioalbum "Alpha Noir" immer noch nicht von ihrer Vergangenheit lsen knnen und nun versuchen, eine gewissen Richtungslosigkeit durch brachiale Hrte und (fast) durchgngige Death Metal Growls zu kompensieren. Der dstere Opener "Axis Mundi" kann zwar durchaus noch punkten, aber die nachfolgenden "Lickanthrope" und "Versus" sind einfach nichts sagend. Erst das Titelstck lsst wieder aufhorchen, und mit "Opera Carne" ist MOONSPELL tatschlich ein groer Wurf gelungen, der noch Hoffnung auf die letzten 3 Songs des Albums aufkeimen lsst. Aber nein, auch hier regiert leider wieder das Mittelma, was mich als Zuhrer nach dem Albumdurchlauf doch etwas ratlos zurcklsst. "Alpha Noir" hat seine erhabenen Momente, gar keine Frage. Ich habe nichts gegen Growls, brachiale Hrte und Schdelspalterriffs, wenn das ganze effektvoll dosiert und eingesetzt wird, aber wenn sich der Ideenreichtum einer Komposition grtenteils aus diesen Komponenten zusammensetzt, die auch (bis auf wenige Ausnahmen) auf Albumlnge exerziert werden, so ist mir persnlich das im Endeffekt zu wenig - vor allem, wenn man es mit einer Band zu tun hat, die schon seit fast 20 Jahren im Geschft ist und schon mehr als einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, dass sie es auch anders kann. Mag sein, dass MOONSPELL "Alpha Noir" nur zu einem Zweck aufgenommen haben: um krftig Arschtritte zu verteilen. Gut, wenn dem so ist, dann hat das Album seinen Zweck erfllt. Nicht mehr, nicht weniger.
   
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