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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

UFO - The Chrysalis Years (1980 - 1986)
Band UFO
Albumtitel The Chrysalis Years (1980 - 1986)
Label/Vertrieb EMI Music
Homepage www.ufo-music.info
Verffentlichung 30.03.2012
Laufzeit 130:25 Minuten
Autor Thorsten Schwalbach
Bewertung /
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Die heutigen Konzerte von UFO bestehen fast ausschlielich aus aktuellen mit Vinnie Moore eingespielten Songs oder aus Stcken der Michael Schenker - ra. Viele Songs, die die Band mit diesen beiden genialen Gitarristen eingespielt hat, haben definitiv den Test der Zeit bestanden. Aber auch "zwischen" diesen Beiden hat UFO starke Alben eingespielt, die leider etwas untergehen. Ende Mrz wurden diese Alben unter dem Titel "The Chrysalis Years (1980 - 1986)" in einer Fnf - CD - Box neu aufgelegt. Jetzt keinen Schreck kriegen, das Ganze erscheint in der "Hlle" einer aufgestockten Doppel - CD und steht absolut fair fr unter 20 € in den Lden. Aufgepeppt wird die Box von einem informativen Booklet mit Fotos, Plakatabdrucken und einem Interview mit Snger Phil Mogg. Also definitiv "value for money"! Phil ist mit seiner warmen variablen ausdrucksstarken Stimme die Konstante in dieser Zeit. Die Alben wurden um den Snger herum mit stets leicht vernderten Besetzungen eingespielt.

Als Michael Schenker Anfang der 80er zunchst mal endgltig drauen war wurde er durch Paul Chapman ersetzt, der kurzfristig auch mit Michael zusammen in der Band war, was aber berhaupt nicht funktionierte. Paul spielt auch ziemlich melodisch, seine Wurzeln liegen aber wesentlich deutlicher im Blues als beim deutschen "Wunderkind". Und so klingt "No Place To Run" (1980), das erste Album aus dieser Zeit, noch deutlich nach Schenker wie im rockigen riffbetonten "Lettin' Go", das nach einem spacigen Intro das Album erffnet. Auch das gefhlvolle Gitarrensolo erinnert hier an Pauls Vorgnger. Weitere starke Songs sind das leicht psychedelische "This Fire Burns Tonight" oder die akustisch geprgte Ballade "Take It Or Leave It" und in "Mystery Train" zeigt Paul Chapman mal noch dezent seinen bluesigen Background. Als Bonus gibt es zu diesem Album noch neun BBC - Livetracks, auf denen die damalige Besetzung gekonnt alte Klassiker und Songs von "No Place To Run" umsetzt. Das folgende Album "The Wild, The Willing And The Innocent" (1981) klingt dann schon deutlich eigenstndiger. Stcke wie "Chains Chains" oder "Could't Get It Right" sind zwar immer noch typisch UFO, werden aber wesentlich strker von Pauls gefhlvoller bluesiger Gitarrenarbeit geprgt. "Long Gone" sorgt mit seinem dezenten Countryflair fr Abwechslung und mit "Profession Of Violence" gibt es auch hier eine gefhlvolle Ballade. Auf dem Nachfolger "Mechanix" (1982) lsen sich UFO noch mehr von ihrer Vergangenheit, klingen auch mal experimentell und wandeln gekonnt zwischen Hardrock und Blues. Starke Songs sind hier der hrtete Opener "The Writer", in dem ein Saxophon fr Abwechslung sorgt, das schnelle energetische "We Belong To The Night" oder die durch gefhlvolle Gitarrenarbeit geprgte Ballade "Terri".

Endgltig freischwimmen knnen sich die Jungs dann auf "Making Contract" (1983), auf dem die Band fr die damaligen Jahre absolut zeitgemen gerne etwas bombastischen Hardrock prsentiert, der eher an MAGNUM oder GARY MOORE erinnert als an die Frhjahre, was UFO hervorragend steht. Gute Beispiele hierfr sind der rockige riffbetonte Opener "Blinded By A Lie" mit seinem eingngigen Refrain, die bombastische keyboardgeprgte Ballade "You And Me" oder der gemigte Midtempo - Hardrocker "Call My Name" mit melodischem Solo. In "When It's Time To Rock" zeigt Paul mal wieder seine bluesige Seite und erinnert besonders stark an Gary Moore. Dieses Album wird zustzlich noch durch Livetracks aus der Chapman - Phase abgerundet. Danach war fr Chapman Schluss. Auf dem folgenden "Misdemeanor" (1985) wurde er durch den zeitgemen Flitzefinger Atomik Tommy M. ersetzt. Der drckte der Band schon im keyboardbestimmten Opener "This Time" mit einem schnellen aber gefhlvollen Solo seinen Stempel auf, was auch auf dem Rest des Albums so bleibt. Highlights sind hier das bombastische abwechslungsreiche "Name Of Love", die riffbetonte Abgehnummer "Heavens Gate" oder die abschlieende Ballade "Wreckless" mit gefhlvollen Akustikgitarren. Neben den genannten Livetracks gibt es als Bonus jeweils noch einige B - Seiten und alternative Versionen aus den einzelnen Alben.

Diese liebevoll gestaltete Box ist sicher in erster Linie fr Leute gedacht, die ihre UFO - Sammlung vervollstndigen wollen. Wer einfach mal in diese Band reinhren will ist hier auch bestens bedient. Allerdings spiegeln besonders die letzten beiden Alben mit den dazugehrigen Fotos ein beeindruckendes Bild der glorreichen 80er - Jahre wieder, als eben alles einschl. dem Styling der Bands ein bisschen pompser war. Auch wenn das heute gerne belchelt wird und spter durch die Poserszene ins Lcherliche gezogen wurde: Schn war es doch! Und allein dieser festgehaltene Hardrock - Zeitgeist rechtfertigt hier schon den Kauf, besonders bei dem fairen Preis. Ach ja, die Chrysalis - Alben der 70er mit Michael Schenker wurden letztes Jahr hnlich aufbereitet, aber das ist eine andere Geschichte...
   
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